Magazin
N E W S

Sommer 2018
Nr. 232


Bestellung

Download
MEDIA BIZ digital
(K)Eine Leistungsschau der Veranstaltungstechnik

Der Eurovision Songcontest 2018 ist geschlagen. Nach einem kurzen Moment der Euphorie (oder der Panik, je nach Sichtweise), war klar, dass trotz der grandiosen Vocal-Performance unseres Teilnehmers Cesar Sampson wieder einmal ein Show-Act das Rennen machen würde und Österreich die Austragung des nächsten ESC erspart bleibt. Ein Blick hinter die Kulissen von Georg Burdicek.

Dieses Jahr hatte sich der Host-Broadcaster Rádio e Televisão de Portugal (RTP) dazu entschieden, den gesamten Event etwas schlichter zu gestalten. Keine gigantischen Videowände, keine bombastischen Bühnenelemente, es sollte das Lied an sich wiederum mehr im Mittelpunkt stehen. Offiziell wird das einer Aussage des Vorjahres-Gewinners, Salvador Sobral, zugeschrieben: Musik sei kein Feuerwerk, Musik sei Gefühl.
Inoffiziell dürfte es aber primär an dem Versuch liegen, die galoppierenden Kosten für diesen Event wieder etwas in Zaum zu bekommen.

Das Funkspektrum während des Finales.
Foto: Senheiser
Mix in Progres.
Foto: Georg Burdicek

Live is ...
Wie schon seit 1998, bedingt durch die steigende Zahl an teilnehmenden Ländern üblich, kam die Musik aus der Konserve, es wurde „lediglich“ live dazu gesungen. Mehrere parallel laufende Avid Pro Tools-Systeme dienten hier via MADI als Zuspieler. Gemeinsam mit dem bekannten und gerade im Rundfunk- und Livebereich beliebten BLITS System von directout, das ein automatisches und unterbrechungsfreies Umschalten auf eine sekundäre Quelle garantiert, sobald ein Fehler im primären MADI-Strom festgestellt wird. Milli Vanilli wäre damit wohl der Skandal erspart geblieben.
Diese Signale wurden dann in ein Optocore Netzwerk umgesetzt  und standen so allen 15 Digico SD7 und SD10 Mischpulten zur Verfügung, die quer durch den Event verteilt für den richtigen Ton sorgten.
Den schönsten Ausblick auf den Event haben dieses Jahr wiederum die Kollegen am Mischpult unter der Führung von Daniel Bekerman von Auditiv, beim ESC2018 als Head of Sound für den Ton des Live-Events verantwortlich.

Funkburg
Einen nicht weniger schönen Ausblick hatte man von der Funkburg in die Altice Arena vom Lissabon. Nach kurzer Abstinenz kehrt Sennheiser hier wiederum zurück, um mit geballtem Team und viel Erfahrung einen reibungslosen Ablauf aller Aspekte der Funktechnik bei diesem Event zu garantieren.
Und der Materialpark, der hier aufgefahren wurde, war nicht zu verachten:
41 Sennheiser EM 6000 Zweikanal-Empfänger, 74 SK 6000 Taschensender, 115 spezifisch angefertigte Kopfbügelmikrofone, 68 SKM Handsender mit dynamischer D 935 Kapsel für alle Künstler sowie KK 204 für alle Kommunikationsaufgaben. Die Akkus der Mikrofone wurden mit 21 L6000 19-Zoll Ladesystemen wieder aufgeladen.

Weitere Details über den Einsatz von Sennheiser, über das dezentrale Beschallungskonzept, die Lichtquellen, Voice-over-IP in den Rundfunkstationen oder Intercom-Ports und weitere Einsatzbereiche von Riedel, oder auch über die Protokollpflicht für alle ausführenden Techniker und Helfer hinter der Bühne verrät Georg Burdicek ab Seite 20 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.
    ZURÜCK ZUM INHALT