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Dezember 2018
Nr. 236


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Der neue Kollektivvertrag für Filmschaffende, der Ende November abgeschlossen wurde, brachte neben einer generellen Erhöhung von 2,3 Prozent für Filmschaffende und 2,8 Prozent für nicht Filmschaffende auch neue Positionen, die aber nicht unumstritten sind, wie Wolfgang Ritzberger berichtet.

Die Kollektivvertragsverhandlungen im November gerieten heuer, wenig überraschend, zu einem Match zwischen Regierung und Gewerkschaft, die sich, ebenso wenig überraschend, in der Rolle der Opposition recht wohl fühlten. Während Rendi um den Parteivorsitz der SPÖ rannte, bewegten sich die Metaller und die ÖBBler nur millimeterweise, streikten und waren, zur Verblüffung der Arbeitgeberseite, knapp dran, den Klassenkampf auszurufen. Die Arbeitgeberseite staunte nicht schlecht, da man bis Anfang Herbst sich einig zu sein schien. Aber die politische Großwetterlage motivierte die Gewerkschafter dazu, sich zu profilieren – für die eigene Karriere, wie einige Zeitungen vermuteten, oder einfach, weil man auch der SPÖ zeigen wollte, was geht. Man schlug den Sack, die Arbeitgeber, und meinte den Esel, die bös-böse Regierung, so geht Opposition.
Bei den Filmschaffenden ist damit allerdings kein Blumentopf zu gewinnen, kein Politiker macht Karriere, weil er die Situation der Künstler, speziell der Filmschaffenden, umfassend löst, kein Gewerkschafter profilierte sich im Arbeitskampf gegen die bös-bösen Produzenten. Ob die jetzt zufrieden sind oder nicht, ist der Mehrheit im Lande, leider auch den Politikern, völlig schnurz. So einigten sich Gewerkschaft und Fachverband in aller Stille auf 2,3 Prozent Erhöhung der Mindestgagen für Filmschaffende, ohne Erhöhung der Ist-Gagen, und 2,8 Prozent für Nichtfilmschaffende, inklusive der Ist-Gagen, was in etwa 2,3 Prozent Überzahlungen des KV bedeutet. Mehr, so Werner Müller vom Fachverband, sei nicht drinnen, denn die Filmwirtschaft hat nichts zu verteilen. Die Förderungen stagnieren, was strukturell einen Rückgang bedeutet, und der Bereich Wirtschaftsfilm entwickle sich konsequent nach unten. Das habe auch die Gewerkschaft eingesehen. Außerdem habe die Arbeitnehmerseite endlich dem schon öfters vorgetragenen Wunsch nach Schaffung einer Position „Kamera 3“ und „Medienfachkraft“ zugestimmt, allerdings nur für Wirtschafts-, Bildungs- und Imagefilme, wie Müller betont.

Warum Kameraleute nun dagegen Sturm laufen, wer davon nicht wirklich betroffen ist, und Auswirkungen auf die Branche erörtert Wolfgang Ritzberger auf Seite 16 der Dezember-Ausgabe von MEDIA BIZ.
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