Veranstaltungstipps
N E W S
CWeltpremiere: Martin Arnolds
„Self Control“ (2011)

Foto: Generali Foundation
Filmprogramm zur Ausstellung
Phantome. Metamorphosen. Animismus im Film
Die Ausstellung „Animismus. Moderne hinter den Spiegeln“ läuft von
16. September 2011 bis 29. Januar 2012 und richtet in Wien, der Stadt Sigmund Freuds, den Fokus unter anderem auf ästhetische Ansätze, die die Gegenüberstellung von psychischer Innen- und materieller Außenwelt hinterfragen. 
Im Rahmen der Ausstellung veranstaltet die Generali Foundation in Zusammenarbeit mit dem Filmcasino Wien das von Wilbirg Brainin-Donnenberg kuratierte Filmprogramm, bei dem ausgewählte Filme den Themenkomplex „Animismus“ mit filmischen Genres und Sichtweisen in Beziehung setzen. An sechs Sonntagen werden je zwei Programme präsentiert: Filme, welche die Grenzen zwischen Belebtem und Unbelebtem, zwischen Seele und Körper, zwischen Wach- und Traumzuständen thematisieren und als fließende Übergänge im magischen Raum des Kinos entfalten.
Ein Schwerpunkt der Filmreihe liegt auf dem österreichischen Filmschaffen. Neben Martin Arnold und Gustav Deutsch werden unter anderem Werke von Maria Lassnig, Miriam Bajtala, Karoe Goldt und Hanna Schimek zu sehen sein (4. Dezember und 15. Jänner).
Termine (jeweils ab 13 Uhr): 9. Oktober, 13. November, 4. Dezember 2011 und 15. und 22. Jänner 2012.
Filmcasino, Margaretenstrasse 78, 1050 Wien
www.filmcasino.at
Ausstellung „Animismus. Moderne hinter den Spiegeln“: 16. September 2011 bis 29. Januar 2012


Amaraoui Burner Project
Foto: Matthieu Burner
Performing New EUrope
Contemporary Performance & Dance
12. - 15. Jan. 2012, Salzburg
Insgesamt elf Produktionen und sechs Präsentationen von 17 Künstlern/Gruppen werden in acht verschiedenen Salzburger Spielstätten zu sehen sein. Der Bogen spannt sich von Tanz, Theater und Performance bis hin zu Installation, Ausstellung und Film.
TANZ IM FESTIVAL
Festival for Contemporary Performance & Dance 
Neben Installationen, site specific-Projekten und work in progress-Arbeiten spielt das Genre Tanz bei Performing New Europe eine zentrale Rolle. In unterschiedlichsten Formaten und außergewöhnlichen Settings präsentieren Philipp Gehmacher, Mette Ingvartsen, Nabih Amaraoui & Matthieu Burner und Diego Gil & Igor Dobricic Choreographien, welche Geste und Raum, Großstädte, Animalität und Urinstinkte und unterschiedliche Tänzergenerationen thematisieren.
Am 14. Jänner tauchen im republic beim AMARAOUI BURNER PROJECT
tauchen  vier Männer, den Zustand, die Handlungsweisen und die möglichen Entwicklungen einer Gruppe erkundend, in ihr Innerstes ein, um den animalischen Anteil des Menschen wieder zu entdecken. Die Suche nach einem Neuanfang in einer abgeschlossenen Welt wirft fundamentale Fragen des Seins, des Geistes und des Körpers auf. Was ist wirklich wichtig? Wie kann man mit unserer Animalität in der heutigen Welt umgehen? Was können wir, im Bewusstsein der gegenwärtigen Probleme noch für die Zukunft vorschlagen? 
www.pneu-festival.net


Angelo Soliman, um 1750
Johann Gottfried Haid
(nach Johann Nepomuk Steiner)

Foto: Wien Museum
ANGELO SOLIMAN - Ein Afrikaner in Wien
29. September 2011 bis 29. Jänner 2012, Wien Museum Karlsplatz
Soliman ist der erste nichteuropäische Zuwanderer in Wien, dessen Leben ausreichend dokumentiert ist, um ihn als Person zu erschließen. Doch die Grenze zwischen belegbaren Fakten und anekdotischer Überlieferung ist fließend. Soliman bleibt Projektionsfläche, je nach Perspektive der Betrachtung: Er ist Kuriosum und erfolgreicher Migrant, ewiger Sklave und bürgerlicher Aufsteiger, Vorbild und Opfer. In seiner Biografie sind Emanzipation und Zwangsassimilierung eng miteinander verwoben.
Die Geschichte des „fürstlichen Hofmohren“ Angelo Soliman ist Teil der Wiener Stadtmythologie, nicht zuletzt durch die Schändung und Präparierung seiner Leiche für das kaiserliche Naturalienkabinett: Ein Mann mit außergewöhnlicher Karriere im aufgeklärten Wien wurde im Museum als halbnackter „Wilder“ mit Federn und Muschelkette präsentiert.
Um 1721 in Afrika geboren, wurde Soliman als Kindersklave nach Sizilien verkauft und kam als Diener, Soldat und enger Vertrauter zunächst in den Dienst von Feldmarschall Lobkowitz. Ab 1754 lebte er in Wien, wo er im Hofstaat der Fürsten Liechtenstein eine wichtige Rolle spielte – als Kammerdiener und Erzieher der Fürstenkinder, aber auch als exotisches „Prunkstück“ für höfische Repräsentation. Gegen den Willen des Fürsten heiratete er und lebte einige Jahre als Privatier und Hausbesitzer in der Vorstadt. Als Freimaurer verkehrte Soliman auch mit Mozart und bedeutenden Wissenschaftlern. Nach orientalischem Geschmack gekleidet, war er eine bekannte und geschätzte Wiener Persönlichkeit.
Neben der Biografie von Angelo Soliman und deren historischem Umfeld behandelt die Ausstellung auch die Rezeptionsgeschichte: Idyllische Einordnungen ins alte Wien finden sich ebenso wie phantasievolle Variationen von Musil oder Herzmanovsky-Orlando und antirassistische Kritik der Legendenbildung um den prominenten Afro-Österreicher. Ein weiteres Thema ist die Fortschreibung von Afrikaner-Stereotypen und latentem Rassismus bis heute. Den Abschluss bilden Video-Statements von heute in Wien lebenden Menschen mit afrikanischem Migrationshintergrund.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag und Feiertag, 10 bis 18 Uhr, Wien Museum Karlsplatz, Sonderausstellungsraum, Erdgeschoss
www.wienmuseum.at


Copyright: Tacita Dean, FILM 2011, Courtesy the artist, Frith Street Gallery, London and Marian Goodman Gallery, New York/Paris. Foto: Lucy Dawkins
Film 2011 von Tacita Dean
11. Oktober 2011 bis 11. März 2012, Tate Modern Turbinenhalle
Die Arbeit der 1965 in Canterbury geborenen Künstlerin Tacita Dean trägt den schlichten Titel „Film“ und ist eine beeindruckende Hommage an  den 16- und 35 Millimeter-Film, mit dem sie ausschließlich arbeitet. Zum 12. Mal darf ein Künstler die gewaltige ehemalige Turbinenhalle der Londoner Galerie Tate Modern bespielen. Nach Künstlern wie Louise Bourgeois, Bruce Naumann und Olafur Eliasson wurde für die jüngste Installation in der Unilever-Ausstellungsreihe die 45-jährige britische Film- und Klangkünstlerin ausgewählt, die in Berlin lebt und arbeitet. „Film ist ein visuelles Gedicht“, so Tacita Dean, die mit ihrem elf Minuten langen Stummfilm dem aussterbenden Zelluloid eine letzte Ehre erweist. Tacita Dean hat vor die Wand am östlichen Ende der abgedunkelten 3400 Quadratmeter großen Turbinenhalle eine vertikale Projektionsfläche platziert, die mit 13 Metern Höhe fast die Decke berührt. An den beiden Längsseiten scheinen Filmtransportlöcher auf, die eine überdimensionale Filmrolle suggerieren. In einer Endlosschleife ziehen farbige und schwarz-weiße, abstrakte und gegenständliche Bilder vorbei. Filmemacher und Musiker wie Jean-Luc Godard, Steven Spielberg, Martin Scorsese, Neil Young oder Prince haben ergreifende Liebeserklärungen an das aussterbende Zelluloid verfasst, die in dem Ausstellungsband nachzulesen sind.
Öffnungszeiten: Sonntag bis Donnerstag, 10 bis 18 Uhr, Freitag bis Samstag, 10 bis 22 Uhr. Letzter Eintritt in die Turbinenhalle jeweils 45 Minuten vor Ende.
www.tate.org.uk/modern


Metropolitan Opera
Foto: Constantin
Oper live im Kino
Ab 15. Oktober 2011 bringen Cineplexx und Clasart wieder acht hochkarätige Live-Übertragungen aus der Metropolitan Opera New York in zehn Kinosäle in Österreich, Südtirol und Kroatien.
15. Oktober 2011: Donizettis Belcanto-Meisterwerk „Anna Bolena“ live aus der New Yorker Metropolitan Opera. Anna Netrebko ist in der Rolle der vom Unglück verfolgten Königin Anna Bolena zu sehen, die von ihrem Mann in den Wahnsinn getrieben wird. An ihrer Seite sind Elina Garanca als ihre Gegenspielerin, Jane Seymour und Ildar Abdrazakov als Henry VIII zu sehen.
29. Oktober 2011: Mozart: „Don Giovanni“. Mariusz Kwiecien zeigt zum ersten Mal an der MET seine Interpretation des jungen und sinnlichen Anti-Helden von Mozart. Barbara Frittoli und Ramón Vargas werden auch in der Produktion von Michael Grandage zu sehen und zu hören sein.
5. November 2011: Wagners Oper „Siegfried“ live aus der MET, ist das dritte Musikdrama, das mit Gary Lehman in der Titelrolle in die Cineplexx Kinos übertragen wird. Deborah Voigt ist Brünnhilde und Bryn Terfel ist Wotan in der Gestalt eines Wanderers.
10. Dezember 2011: Gounods „Faust“  mit Jonas Kaufmann als Faust, René Pape in der Rolle des Teufels und Marina Poplavskaya als Marguerite
21. Jänner 2012: Händel/Rameau/Vivaldi u.a.: „The Enchanted Island“. Weltstar Plácido Domingo gibt den Neptun, David Daniels den Prospero und Joyce DiDonato ist die Hexe Sycorax.
11. Februar 2012: Wagner: „Götterdämmerung“. Auch im vierten und letzten Teil des Gesamtwerkes „Der Ring des Nibelungen“ übernimmt Deborah Voigt die Rolle der Brünnhilde und Gary Lehman ist erneut Siegfried.
7. April 2012: Massenets „Manon“ wird mit Anna Netrebko, Piotr Beczala und Paulo Szot in den Titelpartien aus der Metropolitan Opera übertragen.
14. April 2012: In Verdis „La Traviata“übernimmt Natalie Dessay die Rolle der Violetta. An ihrer Seite werden Matthew Polenzani als Alfredo und Dmitri Hvorostovsky als Germont auf der MET-Bühne das Publikum beeindrucken.
Tickets:
Ab 20. Mai können Abos für die Saison 2011/2012 auf www.cineplexx-opera.at und an den Kinokassen erworben werden. Ein Abo für alle acht Opern ist zum Sonderpreis von 160 Euro zu haben. Am 1. Juni beginnt der reguläre Einzelticket-Vorverkauf für die restlichen Karten. Der Preis für das Einzelticket bleibt unverändert bei 30 Euro. Bestehende Abonnenten der Cineplexx Opera haben schon vorab die Möglichkeit, ihre Sitzplätze für die Saison 2011/2012 zu verlängern.Oper live im Kino ist in folgenden zehn Cineplexx Kinos zu erleben: In den Village Cinemas Wien Mitte, Cineplexx Wienerberg (Wien), Cineplexx Linz, Cineplexx Graz, Cineplexx Salzburg City, Cineplexx Hohenems, Cineplexx Villach, Cineplexx Bozen und jetzt neu auch in Kroatien im Cineplexx Split und Cineplexx Osijek.
www.cineplexx.at


Leibstuhl ca. 1880.
Foto: Studio Johannes Wagner / Hofmobiliendepot
MManoever-Klo
© Bundesmobilienverwaltung,
Foto: Edgar Knaack
MWC_Vineta_Patent
© Bundesmobilienverwaltung,
Foto: Edgar Knaack
Intime Zeugen. Vom Waschtisch zum Badezimmer.
21. September 2011 – 22. Jänner 2012
Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Körperreinigung nur mit Hilfe von tragbaren Gerätschaften möglich. Jedem Appartement in Schönbrunn etwa war eine „Kammer“ zugeeignet, deren Personal sich nebst Kleider-, Bart- und Haarpflege auch um den An- und Abtransport des Wassers sowie die Entsorgung der Fäkalien zu kümmern hatte. Wasser musste oft einen weiten Weg bis zum Waschtisch zurücklegen. Der verschwenderische Umgang mit Wasser, den wir heute gewohnt sind, war damals undenkbar.
Die Ausstellung „Intime Zeugen“ widmet sich der Körperreinigung bei Hofe. Der Schwerpunkt der Schau liegt in der Entwicklung der Hygienemöbel vom späten 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert und beschreibt den Schrittweisen Wandel vom mobilen Stück zum fix installierten Badezimmer.
Beginnend bei den Thermenanlagen der Antike und den Badestuben des Mittelalters führt die Ausstellung zum um 1500 neuen Möbeltyp der Waschkästen, zu Toilette- und Waschtischen sowie den dazu gehörenden Spiegeln. Das Ankleidezimmer der Erzherzogin Maria Anna von Österreich von 1831 ist neben einem Jugendstil-Schlafzimmer mit Waschtisch von 1899 eines der Highlights der Ausstellung. Weitere Prunkstücke sind ein Toilettetisch von Josef Hoffmann aus dem Sanatorium Purkersdorf, Zimmerklos aus Nussbaumholz, Spucknäpfe, kunstvoll gestaltete Waschgarnituren aus den Silberkammer, Bidets aus Messing oder Ahorn, Bourdalous aus der Sammlung Klauda, das goldene „Nachtzeug“ von Franz Stephan von Lothringen aus dem Kunsthistorischen Museum und Sisis Reisetoilettegarnitur aus Schönbrunn.
Ausstellung „Intime Zeugen“
täglich außer Mo 10.00 – 18.00 Uhr
Eintrittspreise:  7,90 / 6,50/ 5,50 Euro
Ort: Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien, Andreasgasse 7, 1070 Wien
www.hofmobilendepot.at


Poltrona Joe con Tobia
Foto: Marirosa Toscani Ballo
Sixties Design
29. Februar – 17. Juni 2012
Die Frühjahrsausstellung im Hofmobiliendepot beleuchtet soziale, kulturelle, politische und ästhetische Umbrüche im Zeitraum von Ende der 1950er Jahre bis zur Erdölkrise 1973 anhand ausgewählter Designstücke.
Im Fokus der Schau liegt das Möbeldesign. Ergänzend vermitteln Mode, und Alltagsgegenstände wie Fernseher oder Radio das typische Lebensgefühl dieser Jahre. „Sixties Design“ führt durch eine Zeitreise von der von der Jugend getragenen Konsumrevolution am Beginn des Jahrzehnts mit Vollbeschäftigung und Fortschrittsglaube bis zur „Gegenrevolution“ gegen ungerechte und veraltete Machtsysteme und Zwänge ab Mitte der 1960er Jahre.
Pierre Paulin, „Tongue“,
Modell No. 577, 1967
Foto: Artifort
Wo zunächst noch der Glaube an neue Kunststoffe mit aufblasbaren PVC-Möbeln und einem futuristischen „Space Age Look“ einen veritablen Designboom auslöste und unverhohlener Materialismus den Konsum ankurbelte, führten der Kalte Krieg, die Angst vor einer Atomkatastrophe und politische Entwicklungen wie Vietnam-Krieg, Prager Frühling und die Pariser Studentenunruhen auch im Design zu einer Rückbesinnung auf vergangene, bewährte Stile (z. B. Jugendstil, Art Deco), die ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermittelten. Von der amerikanischen Westküste kommend fanden die psychedelische Kunst, östliche Religionen und Hippie-Lifestyle ihren Niederschlag in Design und Mode. Die geometrischen Formen wurden abgelöst von einem neuen, neo-organischen Stil. In Italien entstand das radikale „Antidesign“, das ironisch und zeichenhaft auf die neue Situation reagierte.
Die Ausstellung ist in zehn Stationen unterteilt: Ein Blick zurück: Die Formensprache der 1950er Jahre / Die Geometrie der frühen 1960er Jahre / Kugelfieber / Space Age Design / Mode / Werkstoff Plastik / Pop Furniture / Antidesign / Neo-organisches Design / Das Ende des Booms.
Zu den wichtigsten Designern, die in der Ausstellung repräsentiert sind, zählen Arne Jacobsen, Eero Saarinen, Johannes Spalt, Joe Colombo, Hans Hollein, Verner Panton, Vico Magistretti, Walter Pichler, Paco Rabanne, André Courrèges, Helmut Bätzner, Gaetano Pesce, Achille & Pier Giacomo & Livio Castiglioni, Ettore Sottsass, Archizoom, Gruppo Strum, Olivier Mourgue, Günter Beltzig und Yves Saint Laurent.
29. Februar – 17. Juni 2012, täglich außer Mo 10.00 – 18.00 Uhr
Tickets:  7,90 / 6,50 / 5,50 Euro
Ort: Hofmobiliendepot • Möbel Museum Wien, Andreasg. 7, 1070 Wien
www.hofmobiliendepot.at