Veranstaltungstipps
N E W S
Foto: Monika Saulich/NFG
ANFANG ACHTZIG
von Sabine Hiebler und Gerald Ertl
Rosa (Christine Ostermayer) begegnet Bruno (Karl Merkatz). Zwei Menschen, die sich eigentlich bereits im Abseits wähnten. Beide sind über 80, Rosa hat Krebs und nur noch ein halbes Jahr zu leben. Dennoch beschließen beide auszubrechen: Bruno aus einer Ehe und einer Familie, in denen längst alles Routine geworden ist; und Rosa aus den Senioren- und Pflegeinstitutionen, in die ihre Nichte sie längst gerne abgeschoben sähe. Sie beziehen eine neue gemeinsame Wohnung, und es stellt sich die Frage: Hat das Glück ein Ablaufdatum oder zählt nicht vielmehr auch die Erinnerung an ganz besondere Momente mit einem Menschen, wie man ihn im Leben nur einmal trifft?
Buch und Regie: Sabine Hiebler und Gerhard Ertl
Kamera: Wolfgang Thaler
Mit: Christine Ostermayer, Karl Merkatz, Christine Ostermayer, Erni Mangold und Branko Samarovsk.
Weltpremiere: 14. Dezember, Cinema Paradiso St. Pölten
Der Film „Anfang 80“ spielt in St. Pölten und wurde dort gedreht.
Österreichweiter Kinostart: 30. Dezember
www.anfang80.at, www.geyrhalterfilm.com


Foto: kurt mayer film
DU UND ICH
Dokumentarfilm (103 Min.) von Ruth Rieser.
Er trägt sie auf Händen, sie trägt ihn durchs Leben. Hiltraud ist körperlich beeinträchtigt, Franz nicht. Sie will Abwechslung, er ein ruhiges Leben. Was sie verbindet, ist die Liebe zueinander und die Fähigkeit, ihre Träume zu verwirklichen. Eine Liebe, die Ungeahntes möglich macht. Ruth Rieser erzählt in ihrem Dokumentarfilm von einem Liebespaar mit besonderen Bedürfnissen und Schwierigkeiten.
Gedreht wurde auf HDCAM in Österreich, Ägypten und Israel.
Drehbuch und Regie: Ruth Rieser
Kamera: Helmut Wimmer, Attila Boa, Volker Gläser
Unterwasserkamera: Sasi Horesh
Schnitt: Michou Hutter, Andrea Wagner
Ton: Bruno Pisek, Linda Steinthórsdóttir
Musik: „Lonely Drifter Karen" Tanja Frinta und Marc Melià Sobrevias, Friedrich Gföllner
Produktion: kurt mayer film (www.kurtmayerfilm.com)
Verleih: Thimfilm
Kinostart: 2. Dezember 2011


Foto: Filmladen
American Passages
„We love you, America!“, rufen die Menschen in die Nacht. Wir schreiben das Jahr 2008, soeben wurde Barack Obama zum Präsidenten der USA gewählt, und hier, mitten in Harlem, hoffen die Afroamerikaner auf eine bessere Zukunft. Doch wie sieht es mit der amerikanischen Gegenwart aus? Um dieser Frage nachzugehen, tritt Ruth Beckermann ihre Reise von New York aus Richtung Westen an.
Denn es ist nicht nur ein langer Weg, den „American Passages“ in der Folge nimmt, wenn Beckermann und ihr kleines Filmteam durch nicht weniger als elf Bundesstaaten reisen, sondern vor allem ein mit Mythen gepflasterter. Irgendwann in diesem Film erklärt ein Universitätsprofessor, dass es keinen französischen oder deutschen Traum gebe, der amerikanische jedoch für alle gelte. Zu diesem Zeitpunkt fragt man sich bereits, was aus diesem Traum geworden sei, und für wie viele Amerikaner er wohl je gegolten habe.
Inspiriert durch Robert Franks gewaltige Bildreportage „The Americans“ aus den fünfziger Jahren, reist Ruth Beckermann ins amerikanische Hinterland, zunächst in den Süden zum Mississippi, dann weiter in den Westen bis nach Nevada. Tiefrote republikanische Staaten, in denen die Euphorie des demokratischen Ostens keine Wellen schlägt. Was Beckermann nach dem von ihr als „Doppelschock von Finanzkrise und historischem Befreiungsschlag“ bezeichnetem Umbruchsjahr findet, sind in erster Linie die kleinen Erzählungen und Schicksale: Ein junger Soldat ist aus dem Irak nicht in seinen Heimatort zurückgekehrt; in einem Lagerhaus werden in Pfand gegebene persönliche Dinge versteigert; Veteranen finden sich zum Memorial Day ein. Es sind kurze Episoden, von denen man leichthin behaupten könnte, es seien Geschichten, die das Leben schreiben würde. Besser wäre es allerdings zu sagen: Es sind Geschichten, die das Leben ausmachen.
Kinostart: 25. November 2011
www.ruthbeckermann.com, www.filmladen.at


Foto: nanookfilm
Mein Haus stand in Sulukule
Sulukule ist ein fast ausschließlich von Roma bewohntes Viertel von Istanbul, ein alter, ärmlicher, heruntergekommener Stadtteil. Wie eine Großfamilie leben hier zahlreiche Roma unterschiedlicher Herkunft und Stellung zusammen. Als die Stadtverwaltung die Sanierung des Viertels beschließt, greift sie mit Gewalt ein, um ein neues, nobles Villenviertel zu errichten. Der Film dokumentiert die gewaltsame Veränderung und Vertreibung und die Versuche, sich ihr zu widersetzen. Anhand des Beispiels Sulukule gelingt Astrid Heubrandtner, aac, ein Blick auf das globale Phänomen Gentrifizierung – und ein einfühlsames Porträt derer, die dabei auf der Strecke bleiben.
Der Dokumentarfilm (Türkei/Austria, 2010, 94 Min. OmU) feierte am 30. Juli 2010 seine internationale Premiere beim 16. internationalen Filmfestival von Sarajevo und war bei zahlreichen Festivals und Special Screenings zu sehen.
Kamera: Peter Roehsler, Astrid Heubrandtner, Produktion: nanookfilm.
Filmstart: 25. November 2011
Verleih: www.poool.at


Foto: Geyrhalter Film
Michael
Ein 35-jähriger Mann (Michael Fuith) hält einen zehnjährigen Jungen (David Rauchenberger) im Keller seines Hauses gefangen. Nach der Premiere von Markus Schleinzers Spielfilmdebüt „Michael“ auf den 64. Filmfestspielen in Cannes gab es stehende Ovationen und Pfiffe. Ein in statischen Bildern inszeniertes Drama, erzählt aus der Perspektive eines pädophilen Täters.
Der bereits mehrfach, unter anderem mit dem TeleScope Award für den besten europäischen Nachwuchsfilm auf dem renommierten Melbourne International Festival, ausgezeichnete Film „Michael“ wurde 2. November mit dem Wiener Filmpreis in der Kategorien Dokumentarfilm geehrt.  Auszug aus der Jurybegründung: "Markus Schleinzer zeigt die Erbärmlichkeit der Macht und zwingt uns, verstörende aber nötige Fragen an uns und unsere Gesellschaft zu stellen."
Michael
Drehbuch und Regie: Markus Schleinzer
Künstlerische Beratung und Co-Regie: Katrin Resetarits
Kamera: Gerald Kerkletz
Schnitt: Wolfgang Widerhofer
Ton: Klaus Kellermann
Kostümbild: Hanya Barakat
Szenenbild: Katrin Huber, Gerhard Dohr
Musik: Veronika Hlawatsch
Besetzung: Michael Fuith (Michael), David Rauchenberger (Wolfgang), Christine Kain (Mutter), Ursula Strauss (Karin), Viktor Tremmel (Karins Mann), Gisela Salcher (Christa), Margot Vuga (Kellnerin Tirol)
Produzent: Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer
Produktionsleitung: Louis Öllerer
Kinostart: 2. September
www.michaelfilm.com


Müllers Büro
Foto: Filmladen Filmverleih
EU XXL DIE REIHE 6
Oktober 2011 bis Juni 2012
Europäisches Kino ganz nah: Als Partner von EU XXL DIE REIHE, dem Wanderkino des 21. Jahrhunderts, bringen zahlreiche Kulturinstitutionen auch in der Saison 2011/12 europäische Filme direkt dort hin, wo ihr Publikum zu Hause ist.
Bereits zum sechsten Mal erfüllt EU XXL Die Reihe mit dieser Initiative einen nachhaltigen Kulturauftrag. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern In Wien, Niederösterreich, Burgenland und Salzburg werden, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern wie zum Beispiel Kulturcafés, Büchereien und Vereinen, ab sofort wieder sehenswerte Filme aus ganz Europa dort über die Leinwand flimmern, wo Lichtspielstätten rar geworden sind. 26 heimische und europäische Filme laden ein zu einem Streifzug durch die Vielfalt europäischer Identitäten, zum Beispiel bei Partnern in Wolkersdorf, Langenlois, Pöchlarn, Kirchstetten, Böheimkirchen, Ziersdorf, Scheibbs, St.Peter/Au, Grieskirchen, Bad Sauerbrunn, Bischofshofen und zahlreichen weiteren.
Filmfreunde in ländlichen Regionen kommen, ohne den Weg ins oft ferne nächste Kino auf sich nehmen zu müssen, so zum Beispiel in den Genuss einer Lektion in Sachen Leben mit dem Spielfilm „Der Vater meiner Kinder“ („Le père de mes enfants“) der herausragenden französischen Filmemacherin Mia Hansen-Løve. Oder von  mittlerweile legendären Kultfilmen wie „Müllers Büro“ von Niki List oder der ironischen Satire übers Schweizerwerden und Schweizersein „Die Schweizermacher“ von Rolf Lyssy mit dem Kabarettisten Emil in einer der Hauptrollen.
www.eu-xxl.at/diereihe


Foto: Amour Fou
Hot Hot Hot
Ein Film von Beryl Koltz
„Ich habe den Eindruck, dass im Kino weitgehend nur die gut aussehenden Menschen das Recht haben, einander zu lieben. Umso mehr liegt mir daran, eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen außerhalb der Norm zu zeigen und den Zuschauer auf seine eigenen Kriterien, seine eigene Wahrnehmung von Schönheit zurückzuwerfen.” (Beryl Koltz)
Als der introvertierte Angestellte Ferdinand in ein Sauna-Wellness-Zentrum versetzt wird, entdeckt er eine ihm unbekannte Welt: Eine Welt der Nacktheit, der Sinnlichkeit und des süßen Müßiggangs - kurz eine Welt aus all dem, was Ferdinand bisher panische Angst bereitet hat.
Hot Hot Hot beschreibt farbenreich und einfühlsam einen ungewöhnlichen, in sich geschlossenen Kosmos: Hier gibt es Körper in jeder Form, und die Schönheit hat viele Gesichter. In farbenprächtigen Bildern erzählt der Film von der Entwicklung und Initiation eines in sich gefangenen Mannes, der sich der Liebe und den Freuden des Lebens öffnet und die Entdeckung macht, dass er viel zu geben hat.
„Hot Hot Hot“, der erste Spielfilm der jungen Luxemburger Filmemacherin Beryl Koltz, ist eine Koproduktion von Samsa Film (Luxembourg), Amour Fou (Wien) und Artémis Productions (Bruxelles).
Buch und Regie: Beryl Koltz
Kamera: Jako Raybaut
Ton: Carlo Thoss
Schnitt: Amine Jaber
Ausstattung: Christina Schaffer
Kostüm: Uli Simon
Darsteller: Rob Stanley, Joanna Scanlan
Produktionsleitung: Brigitte Kerger
Postproduktionsleitung: Alfie Lang-Král
Produzenten: Claude Waringo, Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Bady Minck, Patrick Quinet
Kinostart: Oktober 2011
http://amourfou.at/subs/filme/hothothot/hot.htm, www.berylkoltz.com


Fotos: Dor Film
WIE MAN LEBEN SOLL
Die Komödie aus der Feder von David Schalko und Thomas Maurer ist kleine Zeitreise, ein Rückblick auf jene unwiederbringlich vom Leistungsdenken dahingeraffte Uni-Kultur, in der Zukunftsangst allenfalls ein Seminarthema und der Studienabschluss ein eher gefürchtetes denn herbeigesehntes, weil das gute Leben abschließendes Ereignis war.
Ein "Coming-of-age-Film", in dem Charlie, der Held dieses Streifens, das Alter allerdings nicht kommen sieht. Es trifft ihn ebenso unvorbereitet wie sein Übergewicht oder die Anforderung, so etwas wie einen richtigen Beruf zu finden. Den Kampf um einen Platz im Leben tritt er mit dem Handicap an, dass Übersicht, Weitblick und taktisches Denken ebenso wenig zu seinen Eigenschaften gehören wie Elan, Durchsetzungsvermögen und Disziplin. Charlie ist, wie er aus einem Ratgeberbuch über Charaktertypen weiß, ein "Sitzer".
Damit ist er natürlich nicht zufrieden, insgeheim. In seinen Träumen ist er prominent, muskulös, intellektuell und vor allem: Ein grandioser Rocksänger. Natürlich würde er all das gerne auch in der Realität haben. Doch er weiß, dass Sitzer sich nicht nur mit Taten schwer tun, sondern bereits damit, etwas tun zu wollen.
Durch das studentische Leben der späten 80er und frühen 90er lässt er sich träge treiben, womit er sich zunächst nicht von seinen Altersgenossen unterscheidet.
Aber Charlie lernt, dass auch ein Sitzer Anschluss finden, Freunde gewinnen und sogar Frauen dazu bringen kann, mit ihm ins zu Bett gehen. Wenn er nur nett ist.
Und nett ist Charlie. Nettsein kann er, weil es ihn nicht anstrengt. Nettsein ist sein Wesenskern. Das behütet ihn aber nicht davor, insgesamt drei Menschen den Tod zu bescheren, natürlich stets mit den besten Absichten und aus purem Ungeschick.
Doch der Mensch lebt nach Schicksalsschlägen weiter; und wenn er ein Sitzer ist, erst recht. Aus Charlie, dem Kunstgeschichtestudenten, der lieber Rockstar wäre, wird Charlie, der Taxi fahrende Studienabbrecher, der lieber Rockstar wäre. Eine Entwicklung im eigentlichen Sinn ist das nicht, aber ein Sitzer nimmt's, wie's kommt.
Bis dann doch eine bizarre Verkettung von Umständen eine Haarnadelkurve in Charlies Lebensweg biegt und sein großer Lebenstraum auf erstaunliche Weise in Erfüllung geht.
Spielfilm, Komödie, 100 Minuten, 35 mm, Farbe, Deutsch
Eine Dor Film Produktion, koproduziert mit Zentropa Entertainments5
Regie: David Schalko
Drehbuch: Thomas Maurer, David Schalko
Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic (www.dtv.de)
Bildgestaltung: Marcus Kanter, bvk
Schnitt: Roland Rathmair, Evi Romen
Musik: Florian Horwath
Ton: Moritz Fritsch
Sound: Bernd Jungmair, Cornelius Dix, Jürgen Haiden
MIT: Axel Ranisch   Robert Stadlober   Thomas Stipsits   Marion Mitterhammer   Bibiana Zeller, Stefanie Reinsperger   Katharina Straßer   Emily Cox   Julia Jelinek   Manuel Rubey, Michael Ostrowski   Josef Hader   Maria Hofstätter   Detlev Buck   Lukas Resetarits, Thomas Müller   André Pohl   Robert Palfrader   Adem Karaduman   Paul Matic, Klaus Rott   Serge Falck   Armin Wolf   Elisabeth Engstler   Oliver Baier, Roberto Blanco   Thomas Maurer   David Schalko   Franziska Hackl   Veronika Glatzner
Kinostart: 7. Oktober
www.wiemanlebensoll.at


Foto: Thimfilm
Bulb Fiction
Am 19. März 2009 veröffentlichte die Europäische Union in ihrem Amtsblatt eine „Richtlinie zur Regulierung von Lichtprodukten in privaten Haushalten“. Der Richtlinie zufolge werden zwischen September 2009 und September 2016 alle ineffizienten Leuchtmittel – Glüh- und Halogenlampen – schrittweise aus dem Verkehr gezogen. Der Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ nimmt das Verbot der Glühlampe zum Anlass, um Macht und Machenschaften der Industrie sowie den Widerstand gegen diese Richtlinie zu portraitieren. Es geht um die Macht der Industrie und ihrer Lobbys, die Verstrickung der Politik in diese Machtstrukturen, um Profit und Scheinheiligkeit, um bewusste Fehlinformation.
Der Film will den Konsumenten informieren, seine Wachsamkeit schärfen, ihn zu mündigem Verhalten ermuntern und zum Widerstand gegen Fremdbestimmung aufzurufen.
Regie: Christoph Mayr
Kamera: Moritz Gieselmann
Schnitt: Paul Sedlacek
Produzenten: Thomas Bogner, Daniel Zuta
Produktion in Österreich: Neue Sentimental Film
Kinostart: 16. September
www.bulbfiction-derfilm.com


Hauptdarstellerin Sabrina Reiter
(Valerie) 
Foto: HesseGreutertFilm / Superfilm
One Way Trip 3 D
Acht junge Leute fahren für ein paar Tage in den Schweizer Jura, um dort mit halluzinogenen Pilzen einen besonderen Trip zu erleben. In der Nacht kommt plötzlich einer der Jugendlichen mit blutüberströmtem Gesicht zum Zeltlager zurück. In Panik suchen sie Schutz in einem nahegelegenen Bauernhof. Doch bald merken sie, dass sie dort in der Falle sitzen und in die mörderischen Fänge zweier Wahnsinniger geraten sind.
Die Idee, einen Horrorfilm in 3D zu drehen, hatten die Schweizer Produzenten und Regisseur Welter bereits 2008 – also ein Jahr vor dem großen Kinoerfolg des Science-Fiction Thrillers „Avatar“ von James Cameron, der damit den Weg für zukünftige 3D-Kinoproduktionen ebnete. „Wir wussten schon damals, dass wir in 3D drehen wollten, standen aber bei den Geldgebern vor verschlossenen Türen. Erst nach ‚Avatar‘ hat sich das Blatt gewendet.
Schweizerisch-österreichische Produktion
Horrorfilm, HD stereoskopisch, Digital 3D und 2D
85 Minuten
Drehorte: Schweiz - Jura und Aargau
Regie: Markus Welter
Kamera: Filip Zumbrunn
Buch: Matthias Bauer und Bastian Zach
Produzenten: Valentin Greutert und Simon Hesse
Koproduzenten: John Lüftner und David Schalko
Darsteller: Sabrina Reiter, Matthias Britschgi, Aaron Hitz, Simon Käser
Verleih Österreich: Thimfilm
Kinostart: 23. September 2011
www.onewaytrip3d.com
www.hessegreutert.ch
www.superfilm.at


Foto: RiFilme/StadtkinoFilmverleih
Hana, dul, sed
Brigitte Weich hat vier nordkoreanische Frauenfußballerinnen der ersten Stunde, ihre Erfolge und Niederlagen über sieben Jahre hinweg begleitet. Sie sind vom Wunsch geleitet, einmal dem großen General zu begegnen. Fasziniert von einem Land, das nach Außen hin nur aus Kulissen besteht, wollte sie hinter diese vom Regime inszenierte Realität blicken. Mit dem Portrait der Fußballerinnen schien dies möglich.
Hana, dul, sed wurde bei der Diagonale 2010 mit dem Preis für den besten österreichischen Dokumentarfilm ausgezeichnet.
A 2009, 98 Minuten,
Regie: Brigitte Weich, Karin Macher
Buch: Brigitte Weich, Karin Macher
Kamera: Judith Benedikt
Schnitt: Michaela Müllner
Produzentin: Brigitte Weich
Produktion: Ri Filme
Verleih: Stadtkino (www.stadtkinowien.at)
Kinostart: 10. Juni 2011
www.hanadulsed.com


Kinostart: 29. April 2011
Foto: Thimfilm
BRAND
Brand (Josef Bierbichler) ist ein berühmter Schriftsteller. Seit seine Frau schwer erkrankt ist, kann er aber nicht mehr schreiben. Er beschließt, ein Fototagebuch über das langsame Sterben seiner Frau zu verfassen. Dabei lernt er die junge Pflegerin Angela kennen. Sie ist nicht nur attraktiv, sondern auch voller Geheimnisse. Bald gerät Brand in eine Spirale aus Obsession und Eifersucht, die sich rapide nach unten dreht. Denn Angelas türkischstämmiger Ehemann, der als Polizist die Instrumente der Ordnungsmacht im Rücken hat, kommt den Vorgängen auf die Spur. Als dann auch noch Brands Frau in den Sog der Ereignisse gerät, entgleitet Brand endgültig die Kontrolle über das Geschehen, das nur in einem fatalen Höhepunkt enden kann.
Regie: Thomas Roth
Kamera: Jo Molitoris
Schnitt: Bernhard Schmid Drama
Produzent: Tommy Pridnig, Peter Wirthensohn, Erich Lackner
Verleih: Thimfilm
Koproduzent: Christine Ruppert, Helga Binder
Besetzung: Josef Bierbichler, Angela Gregovic, Erika Deutinger, Denis Moschitto
www.brand-derfilm.at


Kinostart: 31.März 2011
Foto: Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion
Abendland
Europa. Es ist ein großes, abstraktes Thema, das sich Nikolaus Geyrhalter für seinen neuen Film ausgesucht hat. Entstanden ist ein filmischer Essay, der eine Abfolge von verschiedenen Schauplätze und Szenarien in ganz Europa zeigt.
Die Schauplätze erstrecken sich von der ukrainischen Grenze bis nach Paris, von London bis nach Rom, sie führen in die Schweiz, nach Deutschland oder nach Belgien. Einerseits zeigt sich Europa von innen – ein Gottesdienst mit dem Papst am Petersplatz, eine riesige Rave-Veranstaltung in Holland oder ein Gang durch das Museum Louvre in Paris.
Andererseits erscheinen Bilder der Abgrenzung nach außen - die Fahrt entlang eines endlos langen Grenzzauns um die spanische Exklave Ceuta, die Grenzüberwachungsanlagen in der Ukraine oder ein Abschiebegespräch in der Schweiz.
„Es ist ein Blick, eine Vision, eine Möglichkeit, Europa zu sehen, und dabei wollte ich einfach meinem Gefühl folgen. Es ist einerseits die innere Befindlichkeit, andererseits die starke Abgrenzung nach Außen“, sagt Nikolaus Geyrhalter.
In Anlehnung an den Begriff des Abendlandes beschränkte er die Dreharbeiten auf die Abend- und Nachtzeit. „In der Nacht, wenn die meisten Menschen schlafen, sieht man genauer, wie die Systeme funktionieren. Die Nacht ermöglicht es, genauer hinzuschauen. Auch im Sinne des Gedankens, dass im Dunklen wird vieles klarer wird“, so Geyrhalter.
Nikolaus Geyrhalters Filmessay über Europa, der Eröffnungsfilm der Diagonale 2011, beschreibt den Zustand eines Kontinents, dessen Zenit aus der Sicht Geyrhalters bereits überschritten wurde.
„Eigentlich muss es das Paradies sein: Ein Fleck auf der Erde reich an Ressourcen, klimatisch begünstigt und besiedelt von Menschen, die diese Geschenke geschickt zu ihrem Vorteil zu nutzen wissen. Die Überzeugung, dass sich unter diesen Umständen eine überlegene Kulturform entwickeln muss, hat die Bewohner dieser Gegend lange beflügelt und hallt bis in die Gegenwart, und tatsächlich scheint das Leben auf diesem Stück Erde begehrenswert: Man lebt in Reichtum und Sicherheit, ist medizinisch gut versorgt und im Fall der Fälle auch sonst sozial abgesichert. Hier wird man nicht verhungern, nicht schon mit 40 Jahren sterben und muss gegenwärtig weder Krieg noch politische Verfolgung befürchten.
Dieses privilegierte Leben funktioniert nur auf dem Prinzip der Exklusivität, des Nicht-Teilens und Nicht-Teilhaben-Lassens, einfach schon deswegen, weil sich das ressourcenmäßig rein rechnerisch nicht ausgehen kann. Am Ende des Paradieses steht deshalb ein unüberwindbarer elektrischer Zaun. Wer im Paradies lebt, muss gut darauf aufpassen. Ein Film über Europa am Anfang des 21. Jahrhunderts.“
Abendland
A 2011, 90 Min. 
Regie, Kamera: Nikolaus Geyrhalter
Schnitt, Dramaturgie: Wolfgang Widerhofer 
Buch: Maria Arlamovsky, Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer
Produzenten: Nikolaus Geyrhalter, Markus Glaser, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer
Produktion: NGF - Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion GmbH
Verleih Österreich: Stadtkino Filmverleih
Weltvertrieb: Autlook Filmsales
www.geyrhalterfilm.com


Mladen kocht kroatisches Kalbsfleisch 
Foto: Poool Filmverleih 
COOKING HISTORY
Die Hauptcharaktere sind Armeeköche, einfache Männer und Frauen in Kochschürzen über der Uniform, aus Grossbritannien, Frankreich, der Tschechischen Republik, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bosnien, Russland und Israel.
Neun Militärköche, die in sechs verschiedenen europäischen Kriegen im Einsatz waren, vermitteln in ihren Anekdoten und Erzählungen eine Ahnung von Leben und Sterben im „Apparat Krieg“, von Hoffnung, Sehnsüchten und Überlebensstrategien inmitten von Zerstörung und Ausweglosigkeit.
Elf Rezepte – elf menschliche Erinnerungen, von Peter Kerekes eindrücklich in Szene gesetzt, gewähren Einblick in den weniger heldenhaften „Alltag Krieg“. Die Inszenierungen verschaffen einen ungewöhnlichen bis sarkastischen Blick auf Begriffe wie „Kriegsschauplatz“, „Schlachten“, „Explosion“ oder „Mine“. So veranschaulicht Cooking History genussvoll die Schwierigkeiten friedlicher Verhandlungen aus rein „national-geschmacklichen“ Gründen.
Buch und Regie: Peter Kerekes
Kamera: Martin Kollár
Produzenten: Ralph Wieser, Georg Misch, Pavel Strnad, Peter Kerekes
Produktionsleitung: Peter Janecek
Produktion: Mischief Films (www.mischief-films.com)
Verleih: Poool Filmverleih (www.poool.at)
Kinostart: 4. März
www.cookinghistory.net


Robert Stadlober, Lukas Resetarits,
Elke Winkens
Fotos: SATEL Film/P.Domenigg, filmstills.at
Kottan ermittelt: Rien ne va plus
Eine mysteriöse Mordserie erschüttert ganz Wien. Nur nicht Major Adolf Kottan (Lukas Resetarits), denn der ist suspendiert. Auf unbestimmte Zeit. Als ihm aber aus heiterem Himmel eine Leiche aufs Autodach knallt, ist es auch mit seinem Frieden vorbei. Neben dem Toten liegt eine Karte. „Rien ne va plus“ steht darauf geschrieben, und auf der Rückseite sieben Familiennamen. Drei Morde in 24 Stunden – Polizeipräsident Heribert Pilch (Udo Samel) ist verzweifelt. Da kann nur einer helfen Er fleht Kottan um Hilfe an. Schließlich will Pilch ja ins Innenministerium aufsteigen. Da müssen Ermittlungserfolge her. Kottan lässt sich breit schlagen und übernimmt den Fall. Kottan ermittelt wieder! Eine erste Spur führt zu Geschäftsleuten und in  allerhöchste (Polizei-)Kreise, die an einem mysteriösen Pyramidenspiel beteiligt sind. Sieben Lebensmüde zahlen je 500.000 Euro ein, dafür bekommen sie die Namen ihrer Mitspieler. Ziel ist, zu töten bevor man selber getötet wird. Wer überlebt, bekommt den gesamten Einsatz. Dreieinhalb Millionen. „Rien ne va plus“ – Nichts geht mehr. Entweder tot oder Millionär.
Österreichs Kultkieberer erobert die Kinos. Der Schmäh rennt wieder!
Mit: Lukas Resetarits, Bibiana Zeller, Robert Stadlober, Johannes Krisch, Ernie Mangold, Chris Lohner, ....
Regie: Peter Patzak
Drehbuch: Jan Zenker
Kamera: Andreas Köfer, Astrid Heubrandtner
Schnitt: Michou Hutter
Kostüme: Max Wohlkönig
Produktion: Heinrich Ambrosch, Satel Film
Musik: Christian Kolonovits, Fabian Patzak
Kinostart Österreichweit: 3. Dezember 2010
Verleih: Thimfilm
www.kottanermittelt-derfilm.at
Das Buch zum Film
bringt das Drehbuch, Fotos vom Dreh, den Cast sowie persönliche Notizen von und einen Beitrag über Regisseur Peter Patzak.
„Kottan ermittelt – Rien ne va plus“ – Das Buch zum Film von Jan Zenker und Peter Patzak, erschienen im echomedia buchverlag, ist seit 29. November 2010 im (Online-)Buchhandel zum Preis von 19,80 Euro erhältlich (ISBN 978-3-902672-31-5, gebunden mit farbigem Bildteil)


Foto: Filmladen
REST IN PEACE
Was passiert mit der sterblichen Hülle nach dem Tod? Wie gehen wir damit um? Was wissen wir über die Welt der Toten? Wie verändert sich ein Körper nach dem Tod?
In dem Dokumentarfilm von Andrea Morgenthaler geht es um Leichen. Um Verwesung und Verfall. Um Tote als ökologisches Problem, um Tote als menschliche Ersatzteillager. Es geht um die radikale Endgültigkeit. Um die Frage, was von uns bleibt. Acht Episoden führen rund um den Globus und bieten einen manchmal verstörenden, manchmal unfreiwillig komischen Einblick in den Alltag jener Menschen, die jeden Tag mit Leichen zu tun haben.
Der Tod ist das elementarste Thema der Menschheit. Unsere Haltung dazu: irrational und paradox.
Buch & Regie: Andrea Morgenthaler
Kamera: Enzo Brandner
Produzenten: Danny Krausz & Kurt Stocker
Schnitt: Klaus Hundsbichler
Musik: Stefan Bernheimer
Ton: Joe Knauer, Moritz Fritsch, Diego Reiwald, Eckhard Braun, Roland Winkler
Tongestaltung: Ingo Pusswald
Filmverleih: Filmladen.at
Kinostart: 12. November 2010
www.rest-in-peace.at


"Mataji" Prahlad Jani - Yogi aus Gujarat, Indien
Foto: Thimfilm
Am Anfang war das Licht
Der Dokumentarfilm von P. A. Straubinger ist eine Fährtensuche rund um den Globus, die neueste Erklärungen aus der Quantenphysik genauso mit einschließt wie das Wissen der östlich spirituellen Tradition. Ein Denkanstoß, der unser mechanistisch-materialistisches Weltbild erschüttert.
Auf Basis von unzweifelhaften Erlebnisberichten, Interviews und wissenschaftlich protokollierten Laborexperimenten erzählt der Film vom Phänomen „Lichtnahrung“, von der unglaublich klingenden Tatsache, dass es Menschen gibt und offensichtlich schon immer gegeben hat, die keine Nahrung im klassischen Sinne brauchen.
P. A. Straubinger hat sich eingehend genug mit dem Thema beschäftigt, um daran zu glauben. Ein Jünger ist er deshalb nicht. Ebenso wenig wie der Regisseur davon ausgeht, dass seine Nahrung in Zukunft von der Sonne kommen wird, ebenso wenig soll sein Film die Menschen auffordern, von nun an nichts mehr zu essen.
Buch & Regie: P. A. Straubinger
Kamera: Dani Purer, Birgit Gudjonsdottir, P.A. Straubinger
Schnitt: Michael Hudecek
Produktion: Allegro Film, Helmut Grasser
Verleih: Thimfilm
Kinostart: 17. September 2010
www.AmAnfangWarDasLicht.at


Foto: Walter Größbauer
Next Exit Nirwana
Ein Marktplatz der vielfältigen Angebote an Wegen zur Erleuchtung. Selbst ernannte „Retter der Gesellschaft“, von denen, so einer der Protagonisten, „nur ein Prozent echt sind“, inszenieren sich mit beeindruckenden Shows, um sich aus der Menge der spirituellen Wunder hervorzuheben.
5.000 Gurus, 200.000 Sadhus, Millionen von Pilgern und Bettlern beim größten Pilgerfest der Welt, der Kumbh Mela, dem größten Fest des Hinduismus. Alle zwölf Jahre geben sie sich ein Stelldichein an einem heilbringenden Ort am Ganges. Es wird gelehrt, gebetet, gesungen, getanzt, gebadet und gestaunt!
Neben bekannten Klischeebildern wie „Ruhen“ auf Nagelbetten oder -schaukeln wird mit skurrilen Praktiken wie mit dem Penis einen 30 Kilo schweren Stein zu heben, Aufmerksamkeit erregt.
Walter Größbauer war zwei Monate mit seiner Kamera inmitten und am Rande des Geschehens und lässt Menschen vor Ort und beeindruckende Bilder sprechen. Er bietet Einblicke in die faszinierende Alltagskultur Indiens, lässt Kritiker, Erleuchtungsuchende, Organisatoren und Selbststarsteller zu Wort kommen und so dem Publikum mit einer unaufdringlich kritischen Haltung jeden Spielraum für ein ganz individuelles Erleben des Festes.
Wer sind diese Menschen, die Pilger und Neugierige aus aller Welt in Millionenscharen anlocken? Sind sie weise, heilig, erleuchtet oder verrückt? Man muss jedenfalls nicht gerade auf der Suche nach seinem Guru sein, um an diesem Film Gefallen zu finden.
Next Exit Nirwana
Kinostart Österreich: 1. Oktober 2010   
Regie: Walter Größbauer
www.fortuna-media.com


Foto: Thimfilm
Gypsy Spirit. Harri Stojka – Eine Reise
„Gypsy Spirit“ ist eine Perlenkette von Momentaufnahmen.
Junge indische Musiker (Stojka: „Wir haben einfach die Besten genommen.“) treffen beim Heurigen „Herrgott aus Sta“ auf Karl Hodina und im „Schweizerhaus“ auf Wiener Schnitzel. Harri und Mosa gehen in Rajasthan andächtig in die Musikschule, eine rumänische Roma-Band gesellt sich zum Gipfeltreffen in den Interspot- Film-Studios. Letztlich ist das gemeinsame Konzert des „World Gypsy Orchestra“, das auch einen gewichtigen Part im Film spielt, der Höhepunkt der globalen Harmonie.
Harri Stojka, österreichischer Jazzmusiker und wohl einer der bekanntesten österreichischen Roma, begibt sich in Rajastan (Indien) auf die Suche nach seinen musikalischen und ethnischen Wurzeln. Im Gegenzug lädt er die indischen Roma-Musiker nach Wien ein, wo sie Harris Wiener Roma-Szene kennen lernen.
Drehkonzept, Regie, Schnitt: Klaus Hundsbichler
Regie: Klaus Hundsbichler
Kamera: Klaus Achter, Rudolf Klingohr
Ton: Markus Kathriner, Florian Frick
Musik: Harri Stojka
Besetzung: Harri Stojka, Murmir Sisic, Friedrich Heinschink, Valerie Stojka, Jasminka Sisic
Produzent: Rudolf Klingohr
Produktionsleitung: Dinah Czezik-Müller
Produktion: Interspot Film
Verleih: Thimfilm
KINOSTART: 3. September 2010


Roland Düringer, Ute Bock, Houchang Allahyari, Edik Avetisyan (Darsteller des armenischen Familienvaters)
Ute Bock und Roland Düringer
Drehfotos: Robert Newald
Die verrückte Welt der Ute Bock
Der neue Film von Houchang Allahyari erzählt die Geschichte einer armenischen Flüchtlingsfamilie, die bei Ute Bock Unterschlupf gefunden hat und nun darum kämpft, in Österreich bleiben zu dürfen.
Ute Bock spielt gemeinsam mit österreichischen Stars wie Josef Hader, Karl Markovics, Roland Düringer, Viktor Gernot, Andreas Vitasek, Julia Stemberger, Dolores Schmidinger, Peter Kern und Alexander Pschill. Regisseur Houchang Allahyari: „Die Schauspieler sind durchwegs in tragikomischen Episoden zu sehen, die Ute Bock (www.fraubock.at) erlebt hat. Dank ihrer Authentizität fällt es Ute Bock leicht, mit diesen Schauspielern zusammen zu arbeiten, sie spielt sich ja selbst."
So spielt Josef Hader einen Polizeibeamten, der mit einer "illegalen" Afrikanerin verheiratet ist, Ronald Rudoll einen Fremdenpolizisten, der sich in eine Dolmetscherin verliebt, die einen negativen Bescheid erhalten hat. Karl Markovics spielt einen Polizisten, der eine Familie mit kleinen Kindern abzuschieben hat und dadurch in einen Gewissenskonflikt gerät.
„Bock for President“ - unter diesem Titel wurde Houchang und Dariusch Allahyaris Dokumentarfilm über Leben und Arbeit der Flüchtlingshelferin Ute Bock zu einem der erfolgreichsten Dokumentarfilme der letzten Jahre. Allein die Viennale-Premiere im besetzten Wiener AudiMax im Herbst 2009 wurde von rund 1500 Besuchern bejubelt.
„Leider konnten wir in diesem Film nur sehr bedingt die Härtefälle zeigen, mit denen Ute Bock täglich konfrontiert ist. Polizeieinsätze und Asylantenabschiebungen durften wir dokumentarisch nicht abbilden“, so Houchang Allahyari.
Kinostart (Stadtkino Filmverleih): 4. November 2010


Heimspiel für Mundl und Stanek
im Gemeindebau der Großfeldsiedlung.

Foto: Bonusfilm
„Echte Wiener 2 – Die Deppat’n und die Gspritzt’n“
Mit Teil 2 des Mundl-Kinofilms möchte Bonusfilm möglichst an den Überraschungserfolg des ersten Teils anschließen, der im Dezember 2008 in die Kinos kam - dreißig Jahre nach dem Ende der TV-Serie. „Echte Wiener – Die Sackbauer Saga“ war der meist gesehene österreichische Film im Jahr 2008 und brachte es, die Besucher des Folgejahres eingerechnet, auf insgesamt 370.000 Kinobesucher.
Am 8. Juli ist planmäßig die letzte Klappe zu „Echte Wiener 2“ gefallen. Gedreht wurde mit zwei für diesen Einsatz speziell adaptierten Spiegelreflexkameras Canon EOS 7D.
Schauplatz Großfeldsiedlung. Mundls Zuhause, der Wiener Gemeindebau. Auf einem der gepflasterten Vorplätze vor den Hauseingängen ist das Team von Bonusfilm mit den Vorbereitungen zur nächsten Szene beschäftigt. Schienen werden gelegt für eine Kreisfahrt rund um ein Bankerl, auf dem wenig später Karl Merkatz sitzen wird. Als Edmund Sackbauer schnorrt er seinen Freund Stanek (Franz Buchrieser) um eine Tschick an. In der an diesem Julitag gedrehten Szene reist Mundls Ehefrau Toni wütend zu einem Besuch nach Irland ab. Er selbst bleibt, stur wie immer, zu Hause in Wien. Auf sich allein gestellt, findet sich Mundl gar in einem Obdachlosenheim wieder.
Kinostart: 16. Dezember 2010
www.mundl.net
www.echtewiener2.at
www.bonusfilm.at


Foto: filmstills/domenigg
Der Räuber
Filmfigur Rettenberger spürt sich beim Laufen und  - beim Überfallen von Banken. Drei Überfälle an einem Tag ist der Spitzenwert. Es geht ihm nicht bloß ums Geld, vielmehr gewinnen die Überfälle eine eigene Qualität und kommen zum Laufen ergänzend dazu. Wie bei seinen Trainings überprüft er nach einem Überfall sogar seine aufgezeichnete Pulsfrequenz am Computer.
Die Hauptfigur in „Der Räuber“ ist angelehnt an die reale Person des Bankräubers, Mörders und Marathonläufers Johann Kastenberger. Kastenberger hielt Ende der 80er Jahre als Pumpgun-Ronnie ganz Österreich in Atem. Er überfiel mehrere Banken (einmal wie im Film tatsächlich drei Banken) und wurde nach seiner Festnahme und Flucht aus dem Polizeirevier von mehreren hundert Beamten in der größten Fahndung der Nachkriegsgeschichte durch Niederösterreich gejagt. Seinen Namen verdankt er der Ronald Reagan-Maske, die er bei seinen Überfällen trug, und der Pumpgun, die er dabei einsetzte. Nach seiner Verhaftung sprang er bei der Vernehmung aus dem Fenster des Polizeigebäudes und war tagelang in Niederösterreich auf der Flucht.
Der Film stellt aber nicht die chronologische Geschichte dieses Kriminalfalls nach, sondern orientiert sich am Roman „Der Räuber“ von Martin Prinz. Er abstrahiert die Person des echten Pumpgun-Ronnie und versucht eine davon losgelöste Beschreibung seines Verhaltensmusters. Die Geschichte Kastenbergers beherrschte real bei seiner Flucht die heimischen Medien, im Spielfilm wird die Umgebung rund um die Hauptperson fast gänzlich ausgeblendet. Der ruhelose Rhythmus einerseits und die gleichzeitig starke Konzentration auf den undurchschaubaren Charakter machen die Qualität des Films aus.
Unter der Regie des Deutschen Benjamin Heisenberg wurde „Der Räuber“ zu einem Psychogramm eines gehetzten Menschen, dessen Inneres letztlich unzugänglich bleibt. Keine ausgesprochen leichte Filmkost, auch gesprochen wird nur das Notwendigste, trotzdem will man ein möglichst breites Publikum ansprechen. Viele der heute über 35-Jährigen werden sich wohl an den Fall Kastenberger erinnern. Bedenkt man, welch großes Echo die Geschichte Pumpgun-Ronnies damals in Österreich ausgelöst hat, so darf man auf die Zuseherresonanz nun, zwanzig Jahre später, gespannt sein.
Eine Produktion der NGF Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion in Koproduktion mit Peter Heilrath Filmproduktion.
Kinostart Österreich: Februar 2010
www.derraeuber.net
www.geyrhalterfilm.com
www.benjaminheisenberg.com


Foto: Demmelbauer Film
Todespolka
Die Geschichte liest sich durchaus spannend, mutig und ambitioniert – eine Bürgerpartei gewinnt in Österreich die Wahlen und deren Obfrau, eine Frau Doktor Sieglinde Führer, macht ihre Wahlversprechen wahr: Österreich tritt aus der EU aus und führt den Schilling wieder ein. Gesetz und Ordnung werden nicht nur versprochen, sondern mit einer verstärkten Polizeipräsenz auch umgesetzt. „Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, dem geschieht auch nichts“, stellt gleich zu Beginn einer der drei Medizinstudenten, ein Schwarzer, fest. Und wir ahnen, dass das nicht gut gehen wird. Und wirklich, zu guter Letzt liegen alle drei mausetot in einer kleinen Siedlung am Stadtrand im Garten, umgebracht von Nachbarn, Anrainern und Polizisten, die als Lehrbeispiel für die Verwirklichung eines sehr intensiv gefühlten Alltagsfaschismus herhalten müssen.
Während der im Film abspulenden Ereignisse einer Nacht erleben wir im TV des „neuen Österreichs“ die Bundeskanzlerin Sieglinde Führer bei einem live übertragenen Fest zur Sommersonnenwende – mit viel Blasmusik und markigen Sprüchen der nicht minder markigen Dame, als Passepartout der Rahmenhandlung. Das ist auch die Todespolka des zwar überhöht und überzeichneten Geschehens, das aber im Detail durchaus glaubhaft und leider vorstellbar ist. Und wenn der Moderator der Live-Übertragung der Sonnwendfeier das begeisterte Publikum fragt: „Wollt Ihr die totale Sieglinde!“, dann rinnt’s einem kalt über den Buckel.
Die „Todespolka“ ist ein plakativer, grotesker Film, im Ganzen wenig wahrhaftig – wenngleich im Detail durchaus naturgetreu - die Reden, die Sieglinde Führer im Film hält, bestehen ausschließlich aus Zitaten prominenter Politiker und wirken als Vision erschreckend.
Regie: Michael Pfeifenberger
Produktion und Buch: Stephan Demmelbauer
Kamera: Marco Zwitter
Schnitt: Alexander Frohner
Tonmischung: Clemens Kloss
Kinostart: Mai 2010
www.demmelbauerfilm.com
http://todespolka.demmelbauerfilm.com


Regisseur Reinhold Bilgeri mit Team bei den Sommer-Dreharbeiten in Blons.
Foto: Christian Schramm
Der Atem des Himmels
Der Roman „Der Atem des Himmels“ des Musikers, Literaten, Filmemachers und Produzenten Reinhold Bilgeris wurde bislang rund 50.000 Mal verkauft. Walt Disney bringt den gleichnamigen Spielfilm in die österreichischen Kinos. Reinhold Bilgeri verfasste selbst das Drehbuch und übernahm die Regie. Erzählt wird die Liebesgeschichte zwischen einer verarmten Adeligen und einem kauzigen Volksschullehrer in einem Vorarlberger Bergbauerndorf. Den Höhepunkt des Dramas bildet die historische Lawinenkatastrophe von 1954 in Blons im Großen Walsertal.
Die gesamte Herstellung lag in den Händen der Bilgeri Film Productions GmbH, die Reinhold Bilgeri gemeinsam mit Dr. Thomas Feldkircher eigens dafür gegründet hat. „Tomas Erhart, der bereits für die archaische Bildästhetik in dem Film ‚Die Schwabenkinder’ verantwortlich war, konnten wir als Kameramann gewinnen“, erklärt Reinhold Bilgeri, „den Schnitt übernahm Hans Funck, der unter anderem für die Filme ‚Bushido’, ‚Die Päpstin’ und ‚Der Untergang’ verantwortlich war.“ Das Gesamtbudget des Films beläuft sich auf 3,5 Millionen Euro, die zu einem beträchtlichen Teil von Vorarlberger Investoren aufgebracht wurden.
Weltpremiere: 24. August 2010, Seebühne der Bregenzer Festspiele (Ausverkauft)
Zusatzvorstellung: 25. August 2010, Seebühne der Bregenzer Festspiele
Kinostart Österreich: Herbst 2010

www.reinholdbilgeri.com, www.deratemdeshimmels.com


Foto: Thomas Kirschner,
www.thomaskirschner.com
Plastik Planet
Dokumentarfilm von Werner Boote
Super-8-Filmsequenzen, offensichtliche Privataufnahmen zeigen ein Kind, das Plastik liebt. Auch das ist Werner Boote. All die wunderbaren, knallbunten und vor allem gut riechenden Spielsachen hat er von seinem Großvater bekommen, der in den 60er Jahren Geschäftsführer der deutschen Interplastik-Werke war. Nur die kindliche Liebe ist längst einer erwachsenen Ernüchterung gewichen.
Hat das Plastik-Zeitalter, so wie es der Traum von Bootes Großvater war, wirklich unsere Lebensqualität verbessert?
Ein Treffen mit der Zoologin Theo Colborn, Professorin an der Universität Florida, stellte für Werner Boote ein Schlüsselerlebnis dar, das ihm die Gesundheitsgefährdung durch Kunststoff verdeutlichte.
Werner Boote versteht sich selbst nicht als dezidierter Umweltaktivist: „Ich habe den Film aus der Sicht eines Konsumenten gedreht. Wenn man sich länger mit dem Thema beschäftigt, kommt man zu bestimmten Ergebnissen, die ich in dem Film dargestellt habe.“
Sicher, die Gesundheitsgefährdung geht nicht so weit, dass jemand, der aus einer Plastikflasche trinkt, zwei Stunden später den Arzt rufen muss. Doch die Dokumentation zeigt die möglichen gesundheitsschädigenden Konsequenzen, die in der Öffentlichkeit viel zu wenig bekannt sind. Zum Nachdenken und zu bewusstem Konsum sollte er auf jeden Fall anregen. Dass jemand, der den Film gesehen hat, immer noch nicht versteht, warum er den Kunststoffverbrauch einschränken sollte - das, so Boote, würde dann er wiederum nicht verstehen.
„Sinn und Zweck des Films ist es, auf die mit Kunststoff verbundenen Gefahren aufmerksam zu machen“, fasst Boote seine klare Botschaft zusammen. Kunststoff sei zwar ein großer Fortschrittsmotor, doch bringe er auch Gefahren mit sich, die von der Kunststoffindustrie nicht kommuniziert werden. Durch den Film werde die Industrie hoffentlich mit mehr Fragen konfrontiert und dazu bewegt, die Menschen besser aufzuklären.“
Drehbuch und Regie: Werner Boote
Produktion: Thomas Bogner, Daniel Zuta
Vertrieb: www.thimfilm.at
www.plastic-planet.at
Kinostart: 18. September 2009


Foto: X-Verleih AG
DAS WEISSE BAND
Von Michael Haneke
Schon vor der Vergabe der Goldenen Palme in Cannes hatte Hanekes Film den „International Critics' Prize“ des Filmkritikerverbandes Fipresci gewonnen. Außerdem erhielt der Wettbewerbsbeitrag eine lobende Erwähnung der ökumenischen Jury des Festivals.
Es ist – abgesehen von der Kafka-Verfilmung „Das Schloss“ – der einzige Film Hanekes, der nicht in der Gegenwart spielt, sondern 1913/14, in den letzten Friedensmonaten vor dem Ersten Weltkrieg.
Das große Völkerschlachten könnte nicht weiter entfernt sein als in diesem friedlichen Dorf in der norddeutschen Tiefebene. Die Kamera blickt in einem die Kontraste entschärfenden Schwarzweiß in aller Seelenruhe über wogende Ährenfelder auf einen endlosen Horizont; in dem kleinen Dorf, wo kein Zentimeter Asphalt liegt und das Fahrrad das modernste Fortbewegungsmittel darstellt, ist alles, wie es immer war und voraussichtlich weitere 100 Jahre bleiben wird.
Haneke wäre nicht Haneke, wenn er nicht baldigst das Böse in die Idylle einbrächte. Der Dorfdoktor wird bei einem Reitunfall schwer verletzt, und man findet einen zwischen Bäumen gespannten Draht, der sein Pferd zu Fall brachte. Es bleibt nicht das einzige mysteriöse Ereignis der kommenden Monate. Eine Arbeiterin kommt im Sägewerk zu Tode, eine Ernte wird vernichtet, ein geistig behinderter Junge grausam gequält.
Der plötzliche Einbruch des Bösen war – von „Bennys Video“ bis „Caché“ – stets eine Konstante in Hanekes Werk. Er hat allerdings stets vermieden, Erklärungen mitzuliefern.
Im Gegensatz zu sonst suggeriert Haneke diesmal dem Zuschauer allerdings eine wahrscheinliche Lösung. Das hängt damit zusammen, dass er diesmal auch eine plausible Erklärung für den Ursprung der Gewalt anbietet. In der Tat ist die Erklärung von der ersten bis zur letzten Szene auf der Leinwand zu sehen.
In unheiliger Koexistenz finden sich in diesem Dorf nämlich pastorale Idylle und repressive Strukturen. Der gleiche freundliche Arzt (Rainer Bock), der Kleinkinder vor dem Erkältungstod rettet, behandelt seine Haushälterin in menschenverachtender Weise.
Der gleiche respektierte Gutsherr (Ulrich Tukur), der sich beim Erntedankfest nicht lumpen lässt, nutzt seine Machtstellung rücksichtslos aus. Der gleiche fromme Pastor (Burghart Klaußner), der sich um seine Schäfchen kümmert, verhängt daheim maßlose Strafen. Dem pubertierenden Sohn werden nachts die Hände am Bettrand festgebunden, die Tochter muss für ein geringfügiges Vergehen wochenlang ein weißes Band im Haar tragen, als Erinnerung an die Tugend, die weiße, von deren Pfad sie abwich.
Nun ist das obrigkeitsstaatliche Denken als Erklärung für den Ersten (und Zweiten) Weltkrieg bei weitem nicht neu, vom „Untertan“ bis zu „Im Westen nichts Neues“; allerdings haben wir dies kaum je so auf die kleinsten Einheiten der Dorf- und Familiengemeinschaft herunter gebrochen gesehen. (Hanns-Georg Rodek, Die Welt)
DAS WEISSE BAND:
Buch und Regie:  Michael Haneke
Kamera: Christian Berger
Ausstattung: Christoph Kanter
Kostüm: Moidele Bickel
Ton: Guillaume Sciama
Schnitt: Monika Willi
Produktionskoordination: Ulrike Lässer, Manuela Groh
Produktionsleitung: Miki Emmrich
Ausführender Produzent: Michael Katz
Produzenten: Veit Heiduschka, Stefan Arndt, Margaret Menegoz, Stefano Massenzo
Produktion: Wega-Filmproduktion / X Filme Creative Pool (D) / Les Films du Losange (F) / Lucky Red (I)
Mit: Christian Friedel, Ulrich Tukur, Burghart Klaußner, Josef Bierbichler, Susanne Lothar, Rainer Bock, Leonie Benesch und vielen Kindern
Weltvertrieb: Les Films du Losange
Format: 150 min, 35mm, S/W, 1:1,85, © 2009
www.wega-film.at
Kinostart in Österreich: September 2009
Kinostart in Deutschland: 15. Oktober 2009
(vorverlegt aufgrund des Erfolges in Cannes! www.dasweisseband.x-verleih.de)


Foto: Polyband
TORTUGA
DIE UNGLAUBLICHE
REISE DER MEERESSCHILDKRÖTE

erzählt von einer der außergewöhnlichsten Wanderungen in der Tierwelt.
Geboren an einem Strand in Florida begibt sich eine kleine Unechten Karettschildkröte, die bekannteste Vertreterin der Meeresschildkröten, auf eine gefährliche und aufregende Reise. Seit über 200 Millionen Jahren ist es dieselbe Route, die schon ihre Vorfahren bewältigten. So macht auch sie sich auf und folgt dem Golfstrom Richtung Antarktis. Sie durchschwimmt den gesamten Nordatlantik bis nach Afrika, um dann wieder zurückzukehren.
Foto: Outline Pictures
Doch nur eine von zehntausend Meeresschildkröten überlebt und kehrt nach einer 25-jährigen Odyssee an ihren Ursprungsort, dem Strand in Florida, zurück um dort ihre Eier abzulegen. Wird die Meeresschildkröte den vielfältigen Gefahren des Ozeans trotzen und so den ewigen Kreislauf ihrer Vorfahren fortsetzen?
Die Natur birgt unendlich viele Geheimnisse. Nick Stringer, Emmy-Preisträger und langjähriger Regisseur hochkarätiger BBC-Dokumentationen, in seinem ersten Kinofilm einem dieser Geheimnisse auf der Spur. Mit modernster Technik und sagenhaftem Gespür für den Ozean entführt Rory McGuinness, einer der besten Unterwasser-Kameramänner der Welt, die Zuschauer in einen so noch nie gezeigten, faszinierenden Kosmos. Die Verfilmung der Schildkrötenreise vereint alle Elemente eines großartigen Epos: Spannung, Abenteuer, Dramatik und Hoffnung.
Da Schildkröten ihren Instinkten folgen und somit nicht lenkbar oder „manipulierbar“ sind, wurde in der Postproduktion digital „nachgeholfen“. Allegro Film (www.allegrofilm.at), die österreichische Co-Produktionsgesellschaft der Britisch-Deutsch-Österreichischen Kinofilm Dokumentation, beauftragte die junge Wiener Filmproduktionsgesellschaft Outline Pictures mit über 50 VFX- und CGI-Einstellungen im Zuge der Postproduktion der Dokumentation.
Ziel war es – unter der Leitung des britischen Visual Effects Supervisors Alister Ferguson, der auch beim Dreh in Florida vor Ort war – mit photorealen 3D-Elementen sowie Animation und visuellen Effekten ein authentisches Meereserlebnis für den Zuschauer zu kreieren.
Originaltitel: Turtle: The Incredible Journey                          
Produzent/Producer: Sam Taylor, Mike Downey, Zorana Piggott, Sarah Cunliffe, Helmut Grasser, Helmut Weber, Thomas Springer
Produktion/Production: Film and Music Entertainment Ltd., Big Wave, Tradewind Pictures GmbH, Allegro Filmproduktions GesmbH
Regie und Drehbuch: Nick Stringer
Kamera: Rory Mc Guinness
Tonschnitt: Ian Brown, James Burchill, Sabine Maier
Schnitt: Richard Wilkinson, Sean Barton
Visual Effects: Outline Pictures, www.outline-pictures.com
(Producer: Christoph J. Heinzel; Digital Artists: Daniel Flax, Jens Riedesser, Johannes Huber-Pock)
Sprecher: Miranda Richardson - Originalversion
Hannelore Elsner - deutsche Fassung        
Weltpremiere: Toronto International Film Festival 2009
Kinostart: 1. Oktober 2009 (in Deutschland, Österreich, Italien, Belgien, Niederlande, Luxemburg)
www.saveourseas.com/turtlefilm, www.tortuga-derfilm.de


Foto: Stadtkino Wien/Novotny & Novotny
Blutsfreundschaft
Der hierzulande eher als Underground-Regisseur geltende Peter Kern ist alles andere als ein Mainstream-Typ. In Österreich eilt dem 60-jährigen Schauspieler, Autor und Regisseur der Ruf des Trash- und Low-Budget-Regisseurs voraus. Doch Peter Kern blickt auf viele Jahre künstlerische Arbeit in renommiertem internationalem Umfeld zurück. Zwanzig Filme hat er mittlerweile als Regisseur gefertigt. In Deutschland arbeitete er unter anderem mit den Regisseuren Rainer Werner Fassbinder und Wim Wenders, bevor er 2001 für eine Burgtheater-Inszenierung unter Peter Zadek nach Wien zurückkehrte.
Mit „Blutsfreundschaft“ bringt er nun eine Arbeit ins Kino, mit der er neuerlich auf die aktuellen politischen Verhältnisse Bezug nimmt. In der Hauptrolle brilliert Helmut Berger, der den gebrochenen Ex-Nazi Gustav Tritzin­sky in bestechender Art mimt.
Die Geschichten der beiden Hauptfiguren, des 80-jährigen schwulen Wäschereibesitzers Gustav Tritzin­sky und des 16-jährigen beschäftigungslosen Neonazis Axel, nehmen ihren Ausgangspunkt in zwei völlig gegensätzlichen Randgruppen der österreichischen Gesellschaft. Hier die brutale, blind lenkbare Gemeinschaft der Rechtsradikalen mit ihrer in Entstehung begriffenen neuen Heimatpartei. Dort die körperbetonte, bunte Schwulenszene, die in ihrer gesellschaftlichen Stellung ein ähnliches Außenseiterdasein fristet. „Blutsfreundschaft“ erzählt von Gustav Tritzin­skys Begegnung  mit dem jungen Axel, der nach einer Messerstecherei in dessen Geschäft unterschlüpft. Der alte Herr fühlt sich von dem rebellischen Jugendlichen  an seine Jugendliebe erinnert, die er in jungen Jahren - damals als Angehöriger der Hitlerjugend - verraten hatte. Die nicht mehr los zu werdende Schuld der ehemaligen Nationalsozialisten ist das eine österreichische Thema des Films. Zweites großes Thema ist die heimische Rechtsradikalenszene, wobei der politische Konnex zur realen Situation eindeutig ist. Insgesamt legt Peter Kern einen ur-österreichischen Film vor, mit österreichischer Sprache, österreichischen Schauspielern, österreichischer Szenerie und österreichischen Inhalten. In der Hauptrolle brilliert der alternde, aber großartige Helmut Berger, der den gebrochenen Ex-Nazi Gustav Tritzin­sky in bestechender Art mimt. In weiteren Rollen zu sehen: Heribert Sasse, Manuel Rubey, Gregor Seberg und Jazz Gitti. Ein Film mit immer noch durchschimmerndem Low-Budget Charakter, mit einer Menge Energie und einem Faible fürs Extreme, zu finden etwa in den Gewaltausbrüchen der Neonazis oder im Körperkult der Schwulenszene. Erneut ein kompromissloser Film von Peter Kern, in dem der Regisseur auch politisch Stellung bezieht und nicht hinter dem Berg hält, welche Seite er die für die Richtige hält.
TEAM
Regie: Peter Kern
Drehbuch: Peter Kern , Frank Maria Reifenberg
Kamera: Peter Roehsler
Ausstattung: Hannes Salat
Kostüm: Maurizio Giambra
Maske: Sam Dapona
Ton: Odo Grötschnig
Schnitt: Petra Zöpnek
Produktionsleitung: Sandra Gigerl
Produzent: Franz Novotny
Kopierwerk und Tonmischung: Synchro Film Video und Audio GmbH
Verleih: Stadtkino Wien
Weiterer Vertrieb: Unter dem Titel „Initiation“ vertreibt EastWest Filmdistribution (www.blutsfreundschaft.at, www.eastwest-distribution.com) den Film mit englischen Untertiteln.
Kinostart Österreich: 5. November 2009


Foto: Poool Filmverleih
DIE FRAUENKARAWANE
(Originaltitel: WINDS OF SAND, WOMEN OF ROCK)
Jeden Sommer, wenn die Gerüchtebörse die baldige Reife der Datteln über die Wüste zu den Toubou, einem Nomadenvolk im Südosten der Sahara, trägt, machen sich die Frauen auf eine 1.500 Kilometer lange Reise. Mit Dolchen bewaffnet, ihre Kinder im Schlepptau, ziehen sie mit ihren Kamelen los, um in den Oasen im Norden Nigers Datteln zu ernten und diese im Süden zu verkaufen. Der Weg ist beschwerlich, doch ein mögliches Verirren, Wassermangel, die Geburt eines Kindes unterwegs oder die lange Abwesenheit schrecken die Frauen nicht ab. Nur das Ergebnis zählt: Mit den Erträgen können sie die notwendigen Waren erwirtschaften, um ihre Familien ein ganzes Jahr zu ernähren, ohne Tiere verkaufen zu müssen. Die ökonomische Unabhängigkeit, die sie dadurch erlangen, ist der Schlüssel zu ihrem Stolz und Selbstverständnis.
Wenn Domagali, die Anführerin der Karawane, meint, dass die Reise auch in Zukunft unternommen werden soll, so bietet sie für Amina und Mariama, die von einem modernen Leben träumen, einen ganz anderen Anreiz. Fern von ihren Männern teilen sie - Nomadenfrauen unter sich - ihre Geheimnisse.
Credits:
Nach einer Idee von: Christoph Gretzmacher BE / A / F 2009
Gerhard Auenheimer
Regie: Nathalie Borgers
Drehbuch: Nathalie Borgers
Kamera: Jean-Paul Meurisse
Schnitt: Dieter Pichler
Musik: Thierry Zaboitzeff
Produzenten: Sebastién Delloy
Erich Lackner
Diana Elbaum
Assoziierte Produzentin: Ursula Wolschlager
Verleih Österreich: www.poool.at
Bei der Viennale 2009 in Wien feierte der Dokumentarfilm Premiere.
Kinostart Österreich: 15. Jänner 2010
www.diefrauenkarawane.at