N E W S
Markus Schleinzer
Foto: Robert Newald
Michael Fuith
Foto: Geyerhalter Film
Max Ophüls-Preis 2012 für „Michael“

Das renommierte Filmfestival „Max Ophüls Preis“ gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz als das wichtigste Nachwuchsfestival.
In den vergangenen Jahren hatte Österreich in Saarbrücken häufig die Nase vorne mit erfolgreichen Produktionen wie „Universallove“ von Thomas Woschitz (Max Ophüls Preis 2009), „Ein Augenblick Freiheit“ von  Arash T. Riahi (Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten, Interfilmpreis)  oder „Revanche“ von Götz Spielmann (Darstellerpreis für Irina Potopenko). Bei der bereits 33. Ausgabe des Festivals (16. – 22. Jänner 2012) waren sieben österreichische Produktionen im Programm vertreten.
Das bereits mehrfach, unter anderem mit dem TeleScope Award für den besten europäischen Nachwuchsfilm auf dem renommierten Melbourne International Festival oder mit dem Wiener Filmpreis in der Kategorien Dokumentarfilm, ausgezeichnete Spielfilmdebüt „Michael“ (www.michaelfilm.com) von Markus Schleinzer wurde nun auch mit dem begehrten Max Ophüls Preis (dotiert mit 18 000 Euro) für Nachwuchsfilmer geehrt.
Ein 35-jähriger Mann (Michael Fuith) hält einen zehnjährigen Jungen (David Rauchenberger) im Keller seines Hauses gefangen. Ein in statischen Bildern inszeniertes Drama, erzählt aus der Perspektive eines pädophilen Täters. Die Jury lobte den konzeptionellen Mut des Filmemachers. Der Film sei eine "vorsichtige Annäherung an die Abscheulichkeit, die man nicht mehr vergessen wird".
Zudem ging der Preis für den besten Nachwuchsdarsteller an Hauptdarsteller Michael Fuith. Auszug aus der Jurybegründung: "Michael Fuith verzichtet auf jede übertriebene Geste und gibt seiner Figur damit eine eindrucksvolle und den Zuschauer erschreckende Authentizität."

Das Schwarz-Weiß-Porträt der österreichischen Kultfigur Hermes Phettberg "Der Papst ist kein Jeansboy" des Berliner Filmemachers Sobo Swobodnik erhielt den Preis für den besten Dokumentarfilm. Auszug aus der Jurybegründung: „Der Film, den wir ausgewählt haben, er versucht sich nicht in textreichen Befragungen. Wie sein Protagonist vertraut er auf Intuition und Intensität, auf Bilder, Töne, Wahrnehmungen und darauf, dass sich zwischen diesen Bildern und jenseits dieser Töne noch ganz andere Wahrheiten und Erfahrungen auftun. 109 Jahre alt will der Wiener Existenzradikalist, Autor und Überlebenskünstler Hermes Phettberg werden – und selbst wenn ihm das nicht gelingen sollte: Mensch bleibt er bis zum Schluss.“

Alle Preisträger 2012 im Überblick: www.max-ophuels-preis.de/news.php