Seit 15 Jahren bevölkern die Studenten der FH OÖ das kleine Örtchen Hagenberg in Oberösterreich. Ziemlich relaxt schlendern die Studierenden der Medien-Lehrgänge zwischen idyllisch grünen Hügeln von einem Hörsaal in den anderen. Studiengangsleiter Wilhelm Burger sprach mit Marie-Theres Stremnitzer über Arbeitsmarkt, Ausbildung und Zukunft der Computeranimation.
Rund 95 Absolventen werden aus dem Bachelorstudiengang Medientechnik und design und den beiden Masterstudiengängen Digital Arts und Interactive Media jährlich auf den Arbeitsmarkt gespült. Mit ziemlich guten Jobchancen, denn laut Statistik des AMS sind nur vier bis fünf davon arbeitslos gemeldet. Die Krise macht sich höchstens durch mehr Studienbewerber, nicht aber Arbeitssuchende bemerkbar.
Von der Informatik kommend haben sich die Studiengänge erst mit den Jahren in Richtung Bewegtbild entwickelt. Zu komplex ist mittlerweile das Feld der Animation und der digitalen Medien, um alle Inhalte in einem Studiengang zu lehren. Gleichzeitig jedoch ist eine zu eng gefasste Spezialisierung nicht zukunftsträchtig - weder für den Markt noch für die Studierenden. Auch wenn letztere selbst und Vertreter der Wirtschaft genau so eine eng abgegrenzte Spezialisierung gerne fordern und die Hochschule manchmal als Serviceagentur und Lieferant für maßgeschneiderte Absolventen betrachten. Aber das sei nicht leistbar und unverantwortlich, so Burger, dafür verändere sich die Industrie viel zu rasant.
Er sieht die Aufgabe der Fachhochschule vor allem darin, die Zukunft voraus denkend und handelnd mitzugestalten. Sonst gäbe es keine Weiterentwicklung. Genau darum soll es aber in der Ausbildung gehen. „Natürlich formen wir den Markt mit. Unsere Leute sind, wenn sie draußen sind, Teil der personellen Infrastruktur. Es kann bei Mitarbeitern ja nicht rein ums Funktionieren und bestimmte technische Fertigkeiten gehen, sondern auch darum, Impulse im Unternehmen zu setzen.“ Bei der Entwicklung der Studieninhalte, der Quadratur des Kreises, wie Burger meint, seien Wirtschaftsvertreter zwar eingebunden, deren Input sei aber nur teilweise anwendbar. Animation ist ein wichtiges Geschäft und produziert so viele neue Berufsbilder wie kaum ein anderes, womit in der Erstellung von modernen Studienkonzepten umgegangen werden muss. Der Zeithorizont, in dem Wirtschafter denken, ist dafür häufig zu kurz. Wie rasch sich die Studieninhalte gewandelt haben, wird beim Blick in den Urantrag der Fachhochschule vor 15 Jahren deutlich: Da fand das Internet keine Erwähnung.
Mehr über die Ausbildung an der FH OÖ erfahren Sie ab Seite 50 der aktuellen Printausgabe von MEDIA BIZ.