Magazin
N E W S

Juni 2010
Nr. 161


Bestellung

Gabriele Kepplinger arbeitet seit 2004 beim Sender DORF. Zuvor war sie für die Linzer Stadtwerkstatt und den Netz-Kulturknoten servus.at tätig.


Georg Ritter, Künstler und Medienaktivist, hat die Linzer Stadtwerkstatt, das Radio FRO und das Freie Radio Freistadt mit aufgebaut und arbeitet seit 2004 beim Sender DORF.
Fotos: Gabriele Kepplinger

Fernsehen als Kunstprojekt

Seit 2004 arbeiten Gabriele Kepplinger und Georg Ritter an einem crossmedialen Fernsehprojekt. Mit verschiedenen Aktivitäten wie der Beteiligung an der Ausstellung „Video as Urban Condition“ im Kunstmuseum Lentos 2007 oder Kooperationen mit der Kunstuniversität Linz wurde die Idee immer wieder im öffentlichen Raum erprobt. Chancen auf langfristige Realisierung haben sich erst durch den Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks ergeben. Nun ist es so weit. dorf, der erste Communitysender mit terrestrischer Sendelizenz, ist seit Juni 2010 auf Sendung und kann im Raum Linz empfangen werden.
Interview: Marie-Theres Stremnitzer


dorf steht für „Der Offene Rundfunk“. Wer ist Initiator?
Gabriele Kepplinger
: Initiator ist der Verein matrix – Kunst, Kultur und Medien, der aus einer Kerngruppe von drei Personen besteht: Georg Ritter, Otto Tremetzberger und mir. Wir kommen alle aus dem Umfeld der Linzer Stadtwerkstatt, Radio FRO und Freies Radio Freistadt. Die DORF TV GmbH wurde am 17. November 2009 von gemeinnützigen Organisationen, Einrichtungen und Privatpersonen aus den Bereichen Kultur, Medien, Kino und Film in Oberösterreich gegründet. Beteiligt sind unter anderen das Medien Kultur Haus in Wels, Radio FRO 105.0 und das Linzer Programmkino Moviemento. Die Initiative hat bereits eine lange Geschichte und kommt aus dem Medienkunstkontext, in dem mit künstlerischen Mitteln die Forderung nach medialer Partizipation exemplarisch umgesetzt wurde.
Georg Ritter: Bemühungen in Linz, ein freies nicht kommerzielles Stadt-Fernsehen zu etablieren, bestehen schon seit den 80er Jahren. Durch den medialen Aufbruch Anfang der 90er Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt in den Radiobereich. Ein Impuls war die Digitalisierung des Fernsehens, die eine Vervielfachung der bestehenden Kanäle eröffnete. Anfänglich liefen unsere Bemühungen Richtung Forschungsauftrag für eine interaktive TV-Plattform, in Folge hat sich politisches Lobbying für unser Ansinnen als tragfähiger erwiesen.

Wie finanziert sich dorf?
Georg Ritter:
Über Stammeinlagen der Gesellschafter und Gesellschafterinnen, Förderungen und Eigenleistungen. Für den Start wird der Sender finanziert aus Mitteln des Fonds für nicht kommerziellen Rundfunk, ein Impuls, dem sich auch die Stadt Linz anschließt. Mit dem Land Oberösterreich gibt es Gespräche. Beträchtliche infrastrukturelle Unterstützung leistet auch die Kunstuniversität Linz.

Welche Lücken im TV-Programm sollen durch dorf gefüllt werden?
Georg Ritter:
Wir wollen keine Lücken füllen, sondern sehen DORF als Erweiterung. Die Entwicklungen im Internet haben das TV-Angebot überholt, indem dort schon längstens usergeneriert agiert wird. Also genau unseren Vorstellungen entsprechend, dass jeder Mensch Sender und Empfänger sein kann. Der TV-Bildschirm ist Schnittstelle für usergenerierte Inhalte, mit dem Unterschied zum Internet, dass ich als Benutzer nicht selbst nach Content suchen muss, sondern eine Auswahl geboten bekomme.

Mehr über regionale und überregionale Schwerpunkte und Inhalte, über das Sendeschema und darüber, was dorf von anderen usergenerierten Sendern unterscheidet, erfahren Sie ab Seite 38 der Juniausgabe von MEDIA BIZ.

Dienstag, 22. Juni 2010: dorf startet den Beta Betrieb.
Der Übergang zum Vollprogramm erfolgt fließend. Das Sende-Studio von dorf befindet sich im ehemaligen Geschäftslokal „Schirmmacher“ im Brückenkopfgebäude Ost am Linzer Hauptplatz.
dorf empfangen: via DVB-t (Kanal 51) in weiten Bereichen Oberösterreichs, über Antenne mit DVB-T Box oder DVB-T fähigem TV Gerät, am PC und Laptop mit DVB-T Karte oder USB Stick für PCs und Laptops.
www.dorftv.at

    ZURÜCK ZUM INHALT