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Dezember 2017
Nr. 227


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Markus Warlich
Foto: Amanda Peniston-Bird
Funk-Störung

Gesetzliche und technische Rahmenbedingungen verändern sich, der Betrieb von Funkmikrofonen, drahtlosen In-Ear-Systemen und ähnlichen Technologien wird dadurch zunehmend erschwert. Am 8. November fand ein Symposium zu diesem wichtigen Thema statt, das auch mögliche Lösungen von Sony zeigte. Adrian Slavik war als Berichterstatter vor Ort, Karl M. Slavik fasst zusammen.

8. November 2017, 18 Uhr. Im altehrwürdigen ORF Funkhaus in Wien treffen sich Tonschaffende, Unternehmer und viele andere Brancheninsider, um eine zunehmend brennende Frage zu diskutieren: Ist die drahtlose Audioübertragung noch zu retten? Was anfangs etwas überzogen klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als brandheisses Thema. Durch ständige Veränderungen der regulatorischen und technischen Rahmenbedingungen, etwa durch Einführung von digitalem terrestrischem Fernsehen erster und zweiter Generation (DVB-T und DVB-T2) und die Versteigerung wesentlicher Frequenzbereiche an Mobilfunkbetreiber im Rahmen der digitalen Dividende I und II, wird Platz im Spektrum knapp. Soll heißen: Es stehen immer weniger Frequenzen für die drahtlose Übertragung von Audiosignalen zur Verfügung. Gleichzeitig wollen immer mehr Anwender den Komfort drahtloser Systeme nützen, etwa für Funkmikrofone, drahtloses In-Ear-Monitoring, Funkkamerasysteme und ähnliche Technik.

Situationsbericht
Um über die aktuellsten Entwicklungen zu diesem Thema informieren zu können, versammelte das Wiener Unternehmen LB-electronics eine Reihe bekannter Fachleute, die in Vorträgen und mit Vorführungen die Sachlage erörterten. DI Günther Konecny ist Vertreter für Österreich bei APWPT, der Association of Professional Wireless Production und Ansprechpartner des Verkehrsministeriums und des Bundeskanzleramtes in Frequenzfragen für PMSE (Programme-Making and Special Events). Er berichtete über den druckfrischen Entwurf der EU für eine Strategie der PMSE-Frequenznutzung nach 2027. Professor Wolfgang Fritz steuerte als Leiter der Akustik und Tontechnik bei den Seefestspielen Mörbisch seine Praxiserfahrungen mit dem aktuellen Funkmikrofonsystem in Mörbisch bei. Markus Warlich, Product Specialist bei Sony Professional Audio, bot Einblicke in die neuesten technischen Entwicklungen in diesem Bereich, einschließlich der neuen Generation digitaler Funkmikrosysteme von Sony und seine Erfahrungen bei den Seefestspielen Mörbisch und anderen großen Produktionen.

Politik und Funk
DI Günther Konecny ging in seinem Vortrag auf die politische und rechtliche Situation ein. Die Vergabe von Frequenzen zur Nutzung obliegt dem Staat auf Basis gesamteuropäischer Regelungen und ist somit auch ein Politikum. Das Gesetz kennt sogenannte Primärnutzer, wie etwa TV- und Hörfunksender (Broadcast), aber auch Sekundärnutzer, wie sie unter anderem die Betreiber von Funkmikrofonsystemen darstellen (PMSE).
Grundsätzlich stehen in Österreich mehrere Frequenzbereiche für drahtlose Audioübertragung zur Verfügung. Manche Bereiche können kostenlos und anmeldungsfrei benützt werden (z.B. 1.785,00 MHz – 1.805,00 MHz), andere wiederum sind für professionelle Anwender reserviert und kostenpflichtig nutzbar (siehe Link „Funkmikrofonfrequenzen“).

Mehr über die Inhalte dieser Veranstaltung, bei der wichtige und zukunftsweisende Informationen vermittelt wurden, die für die Planung und den praktischen Betrieb von zukunftssicheren Drahtlos-Anlagen nötig sind, erfahren Sie ab Seite 24 der aktuellen Ausgabe von MEDIA BIZ.

L i n k s:
Definitionen und Übersicht
www.bmvit.gv.at/ofb/marktueberwachung/fsb/
index.html
Funkmikrofonfrequenzen www.bmvit.gv.at/ofb/marktueberwachung/fsb/
funkschnittstellen/fsblt.pdf
Arbeitsgruppe der Europäischen Union
http://rspg-spectrum.eu/
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