Magazin
N E W S

Dezember 2011
Nr. 174


Bestellung

Entwickelt wurde die EIgentümliche Form in Zusammenarbeit mit Andy Munro, der englischen Akustik-Legende.
Foto: SE Electronics
Ei, ei, was hör‘ ich?

SE Electronics baut Mikrofone. So weit, so bekannt. Seit neuestem baut die chinesische Elektronikschmiede auch Studiolautsprecher. Was es mit den außergewöhnlich aussehenden Schallerzeugern auf sich hat, hat sich Georg Burdicek angehört.

Lautsprecher sind nach Mikrofonen der zweite heilige Gral der Tontechnik. Eigentlich hätten wir im Studio gerne einen möglichst neutralen, linearen, natürlichen Lautsprecher, der genau das wiedergibt, was man hineinschickt. Ist das schon beim Mikrofon nicht zu erreichen, wäre es beim Lautsprecher ungleich schwerer, muss hier doch aus elektrischer Energie durch mechanische Vorgänge wieder Schall erzeugt werden. Ein großes Problem stellen auch Reflexionen sowohl im als auch am Lautsprechergehäuse dar. Und genau hier setzt der neue SE EGG 150 Studiolautsprecher an.

Gleich nach dem Auspacken fällt die einzigartige Form des Lautsprechers auf, die sofort erkennen lässt, woher der Name kommt. Entwickelt wurde die eigentümliche Form in Zusammenarbeit mit Andy Munro, der englischen Akustik-Legende. Manch einer wird den Namen vielleicht noch von einem der spannenden Vorträge aus der Audiosales-Zeit kennen, gilt die Firma Munro Associates doch als eine der besten Akustikplanungsbüros mit Referenzen, die von den Pinewood-Studios bis zur Helsinki National Opera reichen. Auch im Lautsprecherbau ist Munro seit vielen Jahren aktiv, allerdings bisher ausschließlich in Form von High-End Speziallösungen für die Fixinstallation in Tonstudios.
Durch die Zusammenarbeit von SE Electronics und Andy Munro wurde nun ein Lautsprecher geschaffen, der so für den Akustiker bisher nicht zu fertigen war: Die komplexe, eiförmige Gehäuseform, welche die interne Resonanz minimieren und gleichzeitig für eine weitgehend gleichförmige Schalldispersion sorgen soll, ist nur mit Metallgehäusen realisierbar, da in konventioneller Holzbauweise das übrigbleibende Volumen bei ausreichend stabiler Bauweise zu gering wäre. Und diese Metallbauweise lässt sich nur im Spritzgussverfahren zu vernünftigen Preisen herstellen. Übrigens, für SE ist das nicht die erste Zusammenarbeit mit einer Legende der Audiowelt, sind sie doch bereits mit einer Serie von Mikrofonen, die von Rupert Neve entwickelt worden ist, sehr erfolgreich.

AIMS
Wer ein Egg 150 Set kauft, bekommt einen großen Karton, der zwei Lautsprecher mit Standfüßen, einen abgestimmten Systemverstärker sowie zwei Speakon-Kabel von je drei Metern Länge enthält. Anders als bei den meisten, heute üblichen Studiolautsprechern wurde die Verstärkerelektronik nicht im Lautsprechergehäuse untergebracht, da das die Resonanzfreiheit der Ei-Form wieder zunichte gemacht hätte. Stattdessen gibt es einen eigens entwickelten Bi-Amplified Systemverstärker.  Gemeinsam wird das System von SE als AIMS – Active Integrated Monitoring System – bezeichnet, was zum Ausdruck bringen soll, dass es sich eben nicht um eine einfache Kombination von passiver Lautsprecher und Endstufe handelt.
Vielmehr sind Lautsprecher und Endstufe sorgfältig aufeinander abgestimmt und gematched. Sogar die Lautsprecher selbst sind kanalweise auf die Endstufe bezogen. Wie bei einem hochwertigen aktiven System werden auch mit dem AIMS kleine Fertigungstoleranzen der Lautsprecher durch eine optimale Anpassung der Verstärker- und Entzerrungselektronik auf ihre jeweilige Sollkurve hingetrimmt. Das hat natürlich zur Folge dass im Schadensfall immer Lautsprecher und Verstärker zum Service müssen. Doch SE bietet dafür während der Garantiezeit ein kostenfreies Ersatzsystem an, so dass sofort weitergearbeitet werden kann.

Der Systemverstärker selbst verfügt auf der Rückseite über ein paar XLR- Haupteingänge, die wahlweise als +4dBu oder -10dBV betrieben werden können, sowie einen zusätzlichen Cinch-Eingang für ein weiteres Signal. Versenkt angebrachte EQ-Potis sowie die Speakon-Ausgänge für die Lautsprecher finden sich auf der Rückseite.
Die Front gibt sich klar und aufgeräumt. Besonders erwähnenswert ist der frontseitige Netzschalter, so dass der Limbo hinter den Lautsprechern oder an einer Geräterückseite entfällt, um die Lautsprecher ein- oder auszuschalten.

Was Georg Burdicek beim Testen der Eier herausgefunden hat, erfahren Sie ab Seite 42 der Dezemberausgabe von MEDIA BIZ.
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