
Botond Nemeth, Junior Designer im Hause Sproing.
Foto: Sproing |
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Auf dem Sproing zur Spitze
Der österreichische Spieleentwickler hat ehrgeizige Ziele. Seinen Expansionswillen spiegelt auch die Zahl der Mitarbeiter wider. Derzeit sind es etwa fünfzig, Tendenz steigend. Über Anforderungen an Jobbewerber und die Marktsituation sprach Marie-Theres Stremnitzer mit Art Director Johannes Mücke.
Über zwei Stockwerke erstreckt sich das Games-Imperium von Sproing in der Fernkorngasse im zehnten Wiener Gemeindebezirk. Von fantastischen Welten ist nicht so viel zu bemerken - funktionale Büromöbel und ein paar Plakate einzelner Characters zierreich in einer dunklen Nische. In teure Möbel zu investieren lohnt sich nicht, lieber steckt man das Geld in die Entwicklung von Konzepten, was kostspielig genug ist. Denn wer ein Konzept für Games verkaufen will, braucht einen Prototypen. Dafür streckt allerdings niemand das Geld vor, und die Latte beginnt bei sechsstelligen Summen.
„Eine Original-ID zu entwickeln, also ein Spielekonzept, mit dem wir hausieren gehen können, das dann gekauft, in Entwicklung gegeben und vermarktet wird, ist für uns immens wichtig, da wir sonst nur in Auftragsarbeiten stecken bleiben“, meint Johannes Mücke. Anders ausgedrückt, es werden sonst nur Aufträge abgeleistet, Kreativität und Entwicklung bleiben auf der Strecke. Leider fehlen oft immer noch ausreichend Infrastruktur und Support, um überhaupt so weit zu kommen. Um einen Schritt in Richtung eigene Konzeptentwicklung machen zu können, liegt der Kapitalbedarf auf einem ganz anderen Niveau als bei einem Arthousefilm. „Im Alleingang und ohne Support fällt es wirklich schwer, große Sprünge zu machen“, so Mücke. Ohne die finanzielle Unterstützung von departure wäre auch niemals das Nintendo DS Spiel „Corto Maltese“ entstanden, das im Winter auf den Markt kommen soll. Comicliebhaber werden sofort wissen, dass es sich dabei um die literarischen Comics des italienischen Zeichners Hugo Pratt handelt. Sproing hat die Lizenz erworben und aus dem Comic „Venezianische Legende“ ein klassisches Point- and Click-Adventure Game entwickelt, bei dem man sich visuell jedoch stärker an Pascal Morellis Zeichentrickfilm „Corto Maltese: La cour secrète des Arcanes“ aus dem Jahre 2002 orientiert hat. Die Figuren hingegen sind in Pratts Comicstil gehalten.
Das Potenzial, das im Games Markt steckt, will Mücke allein an den zahlreichen Firmengründungen seit dem Untergang von Rockstar ablesen. „Fakt ist“, so Mücke, „dass die Power und die kreative und unternehmerische Energie da sind.“
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