
Foto: Fraunhofer HHI |
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STAN: Assistent für Stereo-3D
Der Bedarf an automatisierten 3D-Produktionsprozessen wächst. Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) präsentierte auf der diesjährigen NAB in Las Vegas sein marktreifes Assistenzsystem STAN (Stereoscopic Analyzer). Gabrielle Schultz sprach mit dem Physiker Frederik Zilly, der für das Projekt verantwortlich war.
Das Aufnehmen und die Verarbeitung von qualitativ hochwertigen 3D-Inhalten stellt für Produktionsteams eine große Herausforderung dar. Viele Parameter wie zum Beispiel Stereobasis, Farbanpassung, Stereogeometrie oder die Ausrichtung der beiden Kameras können sich von Szene zu Szene in Abhängigkeit von Motiv, Inhalten, Nah- und Fernpunkt sowie Konvergenz- und Fokusebene ändern. STAN, eine Kombination aus Hard- und Software, unterstützt Kameraleute, Stereographen und das gesamte Produktionsteam bei der korrekten Einstellung dieser für die Stereoqualität entscheidenden Parameter. STAN kann sowohl für die Aufzeichnung von Stereo-Inhalten als auch für die Echtzeitübertragung von Live-Veranstaltungen eingesetzt werden. Ferner können Metadaten für eine spätere 3D-Postproduktion erzeugt und gespeichert werden.
STAN wurde vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, Berlin in Kooperation mit KUK Film Produktion, München im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten, deutschen Verbundprojekts PRIME entwickelt. KUK Film Produktion, die bereits jahrelange Erfahrung im Bereich von 3D-Produktionen gesammelt haben, waren bereits am dem Fraunhofer Projekt „Tomorrow’s Cinema“ beteiligt (siehe MEDIA BIZ Nr. 159).
Mit der wachsenden Anzahl von 3D-Produktionen wächst offensichtlich der Bedarf an automatisierten 3D-Produktionsprozessen. Mit STAN haben Sie ein System entwickelt, das die Produktion von perfektem 3D-Stereo ermöglicht. STAN soll während der Aufnahme die Stereobilder analysieren und quasi in Echtzeit adaptieren. Können Sie mir das genauer erklären?
Die Analyse der Bilder basiert auf einem Feature Point Detector, das heißt, einem Detektor zur Erkennung von korrespondierenden Bildmerkmalen in den beiden Stereobildern. Auf Basis dieser Merkmalskorrespondenzen wird dann durch ein mathematisch sehr aufwändiges Verfahren die Stereoszenengeometrie bestimmt. Diese Stereoanalyse unterstützt den Stereographen bei der Lösung mehrerer Aufgaben, die vor Ort am Set durchgeführt werden müssen. So berechnet STAN unter anderem die optimale Stereobasis. Dazu wird der am nächsten gelegene Punkt in der Szene ermittelt und der am weitesten entfernte.
Ein Beispiel: Ein Darsteller, der vor der Kamera steht und einen Gegenstand in der Hand in Richtung Kamera hält, ergibt den am nächsten gelegenen Punkt, der wichtig für die Berechnung der Stereobasis ist. Und dann gibt es den Punkt, der am weitesten entfernt liegt. Das kann bis ins Unendliche gehen. In dem Beispiel könnte es eine Wand im Raum sein, die hinter dem Darsteller liegt und somit den am weitesten entfernten Punkt darstellt.
Diese beiden Punkte, das heißt, die Nah- und Fernebene muss man kennen, um dann in Abhängigkeit von der gewählten Objektivbrennweite zu ermitteln, wie weit die beiden Kameras voneinander entfernt stehen müssen.
Das gesamte Interview finden Sie ab Seite 21 der Juniausgabe von MEDIA BIZ. Wer STAN testen möchte, kann Kontakt mit Fraunhofer HHI aufnehmen. Am Institut ist eine Kleinserie an Prototypen verfügbar, und jeder interessierte Kunde kann sich diese zu Testzwecken schon mal vorab ausleihen. www.hhi.fraunhofer.de/en/departments/overview/
STAN kam erstmals bei der Produktion des rund 24 Minuten langen Films „Topper gibt nicht auf“ zum Einsatz, der kürzlich an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam Babelsberg entstanden ist und im Mai seine Premiere feierte.
Eine weitere Kooperation mit dem Kino-Internetportal für movie maniacs www.moviac.de soll den ersten stereoskopischen dreidimensionalen Realfilm ins Kino bringen.
"Wir suchen einen Verleih für Topper und mit Hilfe von moviac wollen wir potentiellen Kandidaten demonstrieren, wie groß das Interesse an unserem Film ist.", so Jennifer Hoffmann, Producerin des Films.
Topper-Fans können ihren Film auf die Leinwand eines Kinos in ihrer Nähe holen. Einfach auf www.topper3.de auf die Moviac-Topper-Kinokarte klicken, kurz bei moviac registrieren - und schon ist die Stimme gezählt.
www.topper3.de
www.hff.de
www.prime3d.de
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