Herbert Hietler (AV-Professional (re.) zeigt mit Unterstützung von Stefan Weitzer eines der Highlights am AV-Pro Stand: Den neuen Panasonic DLP-Projektor PT-DZ12000 und die 4mm-LED-Wände von Lighthouse (mehr darüber in der November-Ausgabe von MEDIA BIZ).
Am Messestand von News on Video erklärte einer der Geschäftsführer, Andreas Modritsch, die Arbeit des Videojournalisten.
Avid bei AV-Professional: David Knapp (links oben), verantwortlich für Avid, und Stefan Weitzer, Key Account Manager von Avid (re.).
Oberbeleuchter Kurt Jancik von der Firma LGL erklärt einer Studentin das RLS Reflect Lighting System.
Zahlreiche Profis aus der Film- und Fernsehbranche kamen, um das Reflect Lighting System live zu sehen.
Stefan Weitzer, Key Account Manager Avid (li.), Alexander Marik, Geschäftsführer LB-electronics, (dritter von li.), Klaus Binder, LB-electronics (zweiter von re.), Markus Kraft, JVC (re.).
Fotos: Anna Rauchenberger
Am Donnerstag ab 19.00 luden wieder einige Aussteller zu durchwegs gut besuchten Standparties.Wolfgang Ritzberger und Karl M. Slavik eröffneten mit Unterstützung von Martina Varga (VDFS) die Karaoke-Party am Stand von MEDIA BIZ.
Sogar unsere Gabi Schultz wurde vom Karaokefieber ergriffen und bemühte sich vorwiegend, österreichische „Hodern“ akzentfrei zu interpretieren. Hier mit Wolfgang Ritzberger.
Bis spät in die Nacht stellten sich unsere Gäste zum Vorsingen an und kämpften mutig gegen die ab 21.30 Uhr immer lauter werdenden Klänge der Party von Strobl im Medienforum an.
Fotos: Ingrid Malina
An uns kommt keiner vorbei...
...lautete das Motto der dritten Wiener Medienmesse (24. bis 26. September 2008).
„Die Medienmesse Wien hat sich zur Trend-, Networking- und Informationsplattform Nr. 1 in Österreich entwickelt“, so die vollmundige Behauptung der Manstein Zeitschriften- verlagsges.m.b.H., die bereits zum zweiten Mal die Messe veranstaltet hat. Eine Aussage, die die wenigen Aussteller aus dem Bereich der professionellen Medientechnik nicht ohne Einschränkungen bestätigen konnten.
„In erster Linie stellen wir hier aus, um für unsere Kunden präsent zu sein“, sagte Robert Pascher von AV-Professional, „aber jemand, der sich ausführlich über aktuelle Produktneuheiten informieren möchte, kommt hier nicht auf seine Kosten. Dazu sind viel zu wenige Aussteller vertreten.“
Eine ähnliche Ansicht vertrat Alexander Marik, Geschäftsführer von LB-electronics: „Auf unsere klassischen Kunden treffen wir nicht auf dieser Messe, aber auf zukünftige, die zum Beispiel aus dem Verlagswesen kommen.“ Und Klaus Binder von LB-electronics ergänzte: „Deshalb sind wir auf dieser Messe unter dem Titel „Das Wohnzimmer 2015“ auch gemeinsam mit dem echo medienhaus, dem ORF Wien, dem ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) und der Forschungs-und Entwicklungsabteilung der FH Hagenberg an einem Stand vertreten. Die Technik stammt hier von uns.“
AV-Professional stellte gemeinsam mit seinem Partner Panasonic Austria sein breit gefächertes Produkt- und Dienstleistungsangebot vor. Zu den Highlights gehörten der neue Panasonic DLP-Projektor PT-DZ12000 und die 4mm-LED-Wände von Lighthouse, die von AV-Professional exklusiv vermietet werden (mehr darüber in der November-Ausgabe von MEDIA BIZ).
Unter dem Motto „Creative solutions for a digital world“ zeigte Media Broadcast gemeinsam mit der ORS seine innovativen Serviceangebote für nationale und internationale Medienkunden. Im Bereich Mobile-TV gab das Unternehmen Einblick in das österreichische DVB-H System und das dort eingesetzte Know-how bei Planung, Aufbau und Betrieb von DVB-H Netzen- und Plattformen. Mit Event Broadcast Services wurde eine breite Palette an Möglichkeiten für das Anbinden und Übertragen von Signalen bei Großveranstaltungen weltweit vorgestellt. Die Angebote ermöglichen das Übermitteln von Rundfunk- und Studiosignalen bis hin zu HDTV über Systeme mit hoher Zuverlässigkeit. Im Mittelpunkt dabei stand ein auf MPLS-Basis arbeitendes Netzwerk, in dem Broadcast-, IT- und TK-Signale gemeinsam übertragen werden.
Das Thema Aus- und Weiterbildung für Videojournalisten generierte einen für Geschäftsführer Andreas Modritsch doch erfreulichen und zufrieden stellenden Besucherandrang am Stand von News on Video.
Vor allem die Präsentation des von Christian Berger erfundenen RLS - Reflect Lighting Systems durch Oberbeleuchter Kurt Jancik sorgte trotz generell schwach besuchter Messe am MEDIA BIZ Stand erfreulicherweise zumindest stundenweise für kleine Massenaufläufe.
Für reichlich Zündstoff sorgte die MEDIA BIZ Podiumsdiskussion „Demokratisierung der Produktionsmittel - Segen oder Fluch für die Medienbranche?“ unter der Leitung von Chefredakteur Wolfgang Ritzberger, der mit provokanten Fragen und launigen Überleitungen dafür sorgte, dass nicht nur die Podiumsteilnehmer, sondern auch das Publikum mehr als 90 Minuten lang hitzig diskutierte, bisweilen auch leicht am Thema vorbei.
Nachdem Wolfgang Ritzberger mit einem Blitzen in den Augen Martin Wolfram als „Feindbild von allen, die noch an den Kollektivvertrag glauben“ vorgestellt hatte seine Firma News on Video bildet als erstes Unternehmen in Österreich in nur zehn Wochen Videojournalisten aus konzentrierte sich die Diskussion in weiten Teilen zunächst auf diesen Aspekt. Videojournalisten werden schon seit Jahren von CNN, von der BBC und zunehmend von deutschen Fernsehsendern wie Pro 7, der ARD und dem ZDF eingesetzt, um Personalkosten zu sparen. Für eine Gage, die sich zwischen 100 und 200 Euro am Tag bewegt, gestalten Videojournalisten ihre Beiträge von der Aufnahme bis zum Schnitt selbst.
Heftige Debatte auf dem MEDIA BIZ Podium: Eva Testor (Kamerafrau, aac, Geschäftsführerin Mobilefilm), Wolfgang Ritzberger (Chefredakteur MEDIA BIZ), Martin Wolfram (News on Video) Dkkfm. Georg H. Jeitler (Jeitler & Partner Werbeagenten), D.I. Stefan Wolner (Red Monster Films 2.0) und Arash T. Riahi (Golden Girls).
Martin Wolfram stellte umgehend klar, dass er „Videojournalisten für die wichtigsten Content-Lieferanten der Zukunft“ halte und dass sein Unternehmen „großen Wert auf Ethos lege und keine Boulevardschlampen“ ausbilde. Eva Testor vertrat eine konsequente Haltung: „Dieses Berufsbild hat nichts mit dem Berufsbild eines kreativen, lichtsetzenden Kameramenschen zu tun, der versucht, eine Geschichte zu bebildern.“ Eine Haltung, die grundsätzlich von den anderen Podiumsteilnehmern geteilt, aber auch nicht geteilt wurde. Denn Videojournalisten werden langfristig Kameramänner und frauen mit einer fundierten Ausbildung sprich Studium um ihre Jobs vor allem im Newsbereich bringen, weil sie einfach weniger kosten. „Die Branche wird sich spalten“, so Stefan Wolner, „es wird weiterhin teure Fernsehproduktionen und Kinoproduktionen geben. Hinzu kommen Produktionen, die nur mehr zwischen 15.000 und 20.000 Euro kosten.“ Was nach Ansicht von Martin Wolfram aber nicht zwangsläufig zu einem Qualitätsverlust führt: „Wir arbeiten mit hochwertigem Equipment und bilden Videojournalisten auf hohem Niveau aus. Sie können sich selbst von der Qualität unserer Produktionen überzeugen. Hier entstehen neue Märkte. Wir haben zum Beispiel einen Imagefilm für einen Auftraggeber für weit unter 10.000 Euro hergestellt. Dieser Auftraggeber hätte sich unter ‚normalen’ Bedingungen gar keinen Film leisten können. Oder nehmen sie zum Beispiel Onlineplattformen, die Bedarf an Content haben, aber nicht über das notwendige Budget verfügen.“
Georg H. Jeitler konnte dem nur beipflichten: „Natürlich arbeiten wir lieber mit großen Budgets, aber wir versuchen, auch Produktionen unter schwierigen ökonomischen Bedingungen zu realisieren. Hierbei handelt es sich um Kunden, die sich ansonsten ein solches Produkt gar nicht leisten können. Ich glaube, dass aus den unterschiedlichsten Marksegmenten eher neue Kunden hinzu gewonnen werden.“
Einzig Arash T. Riahi, dessen Karriere in der Jugendredaktion des ORF begann, brachte den interessanten Aspekt der kreativen Selbstverwirklichung ins Gespräch: „Das Aufkommen der Mini-DV-Kameras Mitte der neunziger Jahre war auch ein Befreiungsschlag für uns, weil wir damit unsere eigene Bildsprache entwickeln konnten.“ Dass bei den Golden Girls allerdings nur professionelle Produktionen mit entsprechendem Budget durchgeführt werden, stellte er umgehend klar: „Wenn jemand eine Produktion deutlich günstiger haben möchte, machen wir das einfach nicht.“ Eine Haltung, der sich auch Stefan Wolner anschließen konnte: „Wir haben nicht die Zeit, für einen extrem niedrig kalkulierten Film extremen Aufwand zu betreiben.“Wolfgang Ritzberger brachte die zahlreichen Statements auf den Punkt: „Immer mehr Fernsehsender benötigen immer mehr Content, den sie sich kaum noch leisten können, weil sie Millionenbeträge für Senderechte und Lizenzen ausgeben. Dabei entsteht allerdings immer mehr vom Gleichen, für Eigenproduktionen bleibt kaum noch Budget übrig. Aber nicht nur Fernsehanstalten werden verstärkt aus ökonomischen Gründen auf Videojournalisten setzen. Hinzu kommen zahlreiche neue mediale Formen von Onlineplattformen bis Handy-TV, die Bedarf an bewegten Bildern haben.“
MEDIENMESSE WIEN 2009 7. 9. Oktober Messegelände Wien, Halle D www.medienmesse.at